Schwetzingen

Wollfabrik Unvergessliche Nacht mit den sieben Französinnen des „Mademoiselle Orchestra“

Sympathisch, fröhlich und gut

Archivartikel

Das Ganze glich einer Explosion. Für einen Moment herrschte in der Wollfabrik noch entspannte Ruhe. Gedämmtes Licht und leise Gespräche beherrschten die Szenerie in dem kleinen Kulturtempel. Ein Aggregatzustand, der sich mit dem Auftritt des „Mademoiselle Orchestra“ grundlegend wandelte. Die sieben Damen dieser wohl schrägsten und schrillsten Band aus Frankreich brachten die Stimmung hier zum Vibrieren.

Und das obwohl sich viel zu wenige Gäste locken ließen. Natürlich ist Montag ein ungewöhnlicher Wollfabrik-Tag. Aber dieser eine Montag mit dem „Mademoiselle Orchestra“ war zumindest im kurfürstlichen Kalender ein deutsch-französischer Feiertag. Und am Ende fiel der Besuchermangel kaum ins Gewicht – machten die wenigen doch angesichts des chaotisch-genialen Brillantfeuerwerks Stimmung für viele. Niemand, der nicht in Sekunden gute Laune hatte und das fröhlich-glückliche Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekam. Der Abend mit „Mademoiselle Orchestra“ kurz zusammengefasst: Laut, bunt, Schabernack im Kopf und richtig gut.

„99 Luftballons“ sensationell

Die sieben, bis dato ein unbeschriebenes Blatt in der kurfürstlichen Residenz, eroberten ihr Publikum in wenigen Sekunden. Mit ihrer Mischung aus außerordentlichem musikalischen Können und dem Spaß, den sie auf der Bühne in vollen Zügen auslebten, trafen sie den Publikumsnerv geradezu exakt. Mit das Schönste für deutsche Ohren waren ihre Deutschversuche. Der französische Akzent klingt einfach verführerisch schön. Sensationell war hier das Lied „99 Luftballons“. Es war schlicht großartig, auch für ausgewiesene Nicht-Nena-Fans.

Aurore (Altsaxophon), Helga (Trompete), Marie-Pierre (Posaune), Andrée-Liénard (Tuba), Charlotte (Gitarre), Nina (Bass) und Conception (Schlagzeug) haben die Kraft zu zaubern. So sympathisch, fröhlich und gut ist selten und kam dementsprechend auch super rüber. Das galt sogar für die Pause, die mit den Worten „Es ist Uhr zu trinken“ angekündigt wurde. Egal, was diese Girls- Brass-Band zwischen Metal, Rock, Tango, Walzer, Funk und Disco anfasste, es wurde zu musikalischem Gold. Ein Satz, der auch für die Choreographie galt. Die Arrangements der Diven, die sich dem Betrachter immer wieder boten, faszinierten und brannten sich ein. Es war ein Abend in der Wollfabrik, der nicht so schnell vergessen werden wird.

Die sieben Französinnen bezauberten ihr Publikum mit einer eindrücklichen Mixtur aus viel Musik, französischem Akzent, Charme und Zickenkrieg und warfen dabei mit guter Laune geradezu um sich. Eine tolle Nacht mit sieben Französinnen, die dem deutsch-französischen Geburtstag von Schwetzingen und Lunéville ohne Frage zur Ehre gereichte. ske

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