Schwetzingen

„Garden of Others“ Pascal Sangl drehte im Schlossgarten

Tanzfilm wird aufgeführt

Archivartikel

Ein künstlerisches Konzept, ein paar Drehtage und viele Stunden für Schnitt und Musikkomposition sind das Rezept für einen packenden Tanzkurzfilm. Im Juni vergangenen Jahres hat Choreograf Pascal Sangl mit Tänzern und Kamera für Action im Schlossgarten gesorgt (wir berichteten), jetzt ist sein Tanzfilm „Garden of Others“ fertig. Aufgeführt werden soll er am Samstag, 23. Juni, beim Mainzer Filmsommer sowie am Mittwoch, 22. August, beim Open-Air-Kino des modernen Theaters in Weinheim.

Bild und Musik erzählen dabei die Geschichte, wie sich Dating-Apps auf unsere Beziehungsfähigkeit auswirken. Eine der Hauptrollen spielt im ersten Teil der Schwetzinger Schlossgarten, der die Perfektion widerspiegeln soll, die Menschen auf diesen Datingportalen vorgaukeln. Die Tänzer tragen dazu eisblaue Kontaktlinsen und haben einen leeren Gesichtsausdruck. Besonders eindrücklich: Wie Tänzer Fabian Modin seinen Gefährten Jarek Kruczek mit verzerrtem Gesichtsausdruck auf dem Rücken über die Steine hoch zum Merkurtempel schleppt – eine Sisyphos-Aufgabe.

Der zweite Teil des Films spielt auf der Wachenburg in Weinheim, einem Ort mit Ecken und Kanten. Sie soll darstellen, wie man idealerweise eine Beziehung aufbaut: Indem man die Eigenheiten des anderen langsam kennenlernt und annimmt. Sangl hat endlose Stunden in das Projekt gesteckt. Angefangen mit der Idee, der Suche nach Produzenten, Tänzern sowie einem Drehort bis zum fertigen Film sind zwei Jahre vergangen. „Es ist überwältigend zu sehen, dass eine Idee plötzlich greif- und sichtbar wird“, erklärt er.

Zunächst ohne Musik

Die Tänzer bewegten sich beim Dreh ohne Musik, diese wurde dann im Nachhinein passgenau von Davidson Jaconello, ehemals Tänzer am Nationaltheater Mannheim, komponiert. Förderer des Projektes waren die Tanja Liedtke Stiftung, die Stadt Schwetzingen, die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg sowie die Wachenburg Weinheim. Rund 10 000 Euro hat der Kurzfilm gekostet, davon konnte Sangl den größten Teil über ein Crowdfunding-Projekt und private Spenden sammeln. „Ich bin dankbar für diese Chance“, sagt Sangl und freut sich bereits auf den nächsten Film, mit dem er die internationale Tanzszene bereichern möchte. grö

Info: Einen Trailer gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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