Schwetzingen

Wollfabrik „Tuesday night live“ mit außergewöhnlicher Titelpalette / Xaver Fischer, Ralph Goedecke und Michael Quast glänzen

Tastenkönige zelebrieren Klassiker

Archivartikel

Das Leben schreibt manchmal schon kuriose Geschichten: Just an einem Tag, an dem das Coronavirus die Schlagzeilen mit unzähligen Veranstaltungsabsagen beherrscht, kommt Jazzgröße Xaver Fischer als Gastmusiker zur „Tuesday night live“ in die Wollfabrik – mit einem Tasteninstrument der Marke „Virus“. Dieses verbreitete aber nur Positives: außergewöhnliche Klänge und gute Stimmung.

Das Prädikat „außergewöhnlich“ passte ohnehin zu dem Abend, der im Zeichen der Tasten stand. Denn es standen Songs auf der Setlist, die wahrscheinlich noch nie in der langen Geschichte der Dienstagssession gespielt wurden. Und es war auch die Mischung der Stilrichtungen, die außergewöhnlich war – von Jazz über Progressive Rock, Synthi-Pop, Soul und Funk bis hin zu R&B und Pop.

Dazu hatte sich die Hausband „The News“ drei Tastenkönige eingeladen: Neben Xaver Fischer, der einst in den 1990er Jahren für die deutsche Krautrock-Band „Birth Control“ spielte, waren Michael Quast (Freddy Wonder Combo), übrigens Klavierlehrer an der hiesigen Musikschule, und nach längerer Pause mal wieder „News“-Urgestein Ralph Goedecke mit von der Partie. Er hatte einst im November 2008 die Idee der „Tuesday night live“ mit auf den Weg gebracht.

Passenderweise war an diesem Dienstag auch Stephan Ullmann dabei, sodass mit ihm, Goedecke, Bassist Sascha Neuhardt sowie den Sängern Kolinda Brozovic und Dominik Steegmüller fünf Musiker der ersten Stunde am Start waren. Marcel Millot wäre der sechste gewesen, doch der Stammschlagzeuger der Band wurde diesmal von Thorsten Reinschmidt vertreten – und das ausgezeichnet.

Die Palette der Songs war wie gesagt sehr vielfältig und aus diversen Zeitschienen. Unter anderem sang Stephan Ullmann den Ohrwurm „Everybody wants to rule the world“ der britischen Synthi-Popband „Tears for Fears“ (aus 1985). Dominik Steegmüller zelebrierte die Supertramp-Hymne „School“ (1974) und Alex Clares Tophit „Too close“ (2011).

Legendär wurde es bei den Instrumentalklassikern „Child’s anthem“ (Toto/1978) und „Fanfare fort he common man“ (Emerson, Lake & Palmer/1977) sowie beim Procol-Harum-Welthit „A whiter shade of pale“(1967) – alles mit sehr einprägsamen und dominanten Orgel-, Keyboard- oder Pianopassagen. Und zur Feier des Tages („Es ist ja Tastenabend heute“) setzte sich dann noch Gitarrist Stephan Ullmann ans E-Piano und lieferte Bowies „Helden“.

Info: Ein Video gibt’s unter wwww.schwetzinger-zeitung.de

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