Schwetzingen

Unbekannte Freunde

Janina Hardung über diverse Begegnungen im Alltag

Es sind diese Menschen, die fast schon zum Bekanntenkreis gehören – obwohl man noch nie ein Wort mit ihnen gewechselt hat. Auf dem Weg in die Arbeit fahren sie uns mit dem Fahrrad entgegen, warten an derselben Bushaltestelle oder drehen auch morgens vor der Arbeit gerne ihre Joggingrunden.

Irgendwie ist es nett, diese Personen täglich zu sehen, vielleicht grüßt man sich sogar. Die Gewohnheiten zu teilen – sei es nur nachmittags einen Kaffee in derselben Bäckerei trinken – verbindet schon. Und wenn er oder sie zur gewohnten Uhrzeit nicht an Ort und Stelle ist – ja, dann macht man sich sogar ein bisschen Sorgen. Das Komische daran: Eigentlich sind diese Berührungspunkte im Alltag extrem kurz. Oft sogar nur ein paar Sekunden oder Minuten. Trotzdem fragt man sich dann doch: Wie lautet wohl der Name dieser Person? Wo fährt sie denn jetzt wohl hin? Was ist passiert, dass sie heute so glücklich, traurig oder müde aussieht? Wenn ich meine unbekannten Freunde das nächste Mal sehe, dann werde ich vielleicht den Mut aufbringen – und einfach fragen. Vielleicht ist das der erste Schritt, zu einer neuen Freundschaft.

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