Schwetzingen

Schwetzinger Freie Wähler Karlsruher Straße auch Thema beim Bürgertreff

Unmut über Umleitungspläne

Archivartikel

Ein proppevoll besetzter Saal in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt versprach schon vor Beginn einen interessanten Bürgertreff der Schwetzinger Freien Wähler (SFW). So deuteten die Gespräche der Teilnehmer vor der offiziellen Eröffnung darauf hin, was die SFW-Fraktion an diesem Abend erwartete: Das Thema Karlsruher Straße und insbesondere die Umleitungspläne erregten die Gemüter der Besucher, schreibt Carsten Petzold in der Pressemitteilung der SFW. Eingangs beschäftigte die Gemeinderatssitzung an diesem Mittwoch, 29. Januar, 18 Uhr, im Rathaus das Programm des Treffens.

Die Vorsitzende und Stadträtin Elfriede Fackel-Kretz-Keller erläuterte zum Auftakt die zur Abstimmung stehende, mit deutlicher Verzögerung eingebrachte Jahresrechnung 2018. Diese weist ein mehr als erfreuliches Ergebnis aus: Immerhin konnte Schwetzingen gut 7,8 Millionen Euro in die allgemeine Rücklage überführen, die damit auf annähernd 23 Millionen Euro anstieg und dafür sorgt, dass Schwetzingen für die Finanzierungsausgaben der kommenden Zeit gut aufgestellt ist. Erwähnenswert auch, dass Schwetzingen mit dieser Summe mit mehr als 21 Millionen Euro über der gesetzlichen Rücklagepflicht liegt. Da zudem die Neuverschuldung bei Null liegt und der Schuldenstand Schwetzingens deutlich gesenkt werden konnte, stimmen die SFW dem Plan zu.

Im Anschluss stellte Stadtrat Karl Rupp den Jahresabschluss des Bellamar vor. Hierbei erläuterte er nicht nur das Konstrukt der Bellamar Holding, sondern auch geschickt die Zahlen, die dahinterstecken. Da es auch hier dank der Gewinne der Stadtwerke zu einem ordentlichen Jahresergebnis gekommen ist, werden die Verantwortlichen der Freiwähler auch hier zustimmen.

Die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplans des Gebietes westliche Hockenheimer Landstraße, das sogenannte Moll-Gelände, wurde von Rupp gleich miterläutert. Da hier der Hauptkritikpunkt der letzten Offenlage, die geplante große Privatwohnung, beseitigt wurde und lediglich eine kleine, für Aufsichts- oder Betriebspersonal vorgesehene Wohnung verblieben ist, wird es auch hier keine Ablehnung mehr geben.

Horrorszenarien durchgespielt

Ulrike Utz erklärte danach noch die Zustimmung der SFW zur Generalsanierung der Karlsruher Straße. Da es hier im Gemeinderat ausschließlich um eine reine Vergabeentscheidung nach ordentlicher Ausschreibung geht, erübrigen sich weitere Ausführungen. Die SFW sind erfreut, dass die Kosten deutlich niedriger sind als geplant und werden der Vergabe natürlich zustimmen.

Diese Thematik war jedoch gleichbedeutend mit einem Startsignal für die sich anschließende Diskussion über die Umleitungspläne der Stadt während der Bauphasen. Die Kritik der Zuhörer waren deutlich zu spüren. Es gab Horrorszenarien vom Nichterreichen des Krankenhauses, ein Unfall in der Südtangente vorausgesetzt, bis hin zum totalen Verkehrszusammenbruch in der Innenstadt. Allerdings kamen auch Vorschläge, die durchaus überlegenswert waren und sind. Die SFW-Stadträte werden dies in der Sitzung mit den Verantwortlichen der Stadt diskutieren und sind selber auf die Ergebnisse der Aussprache gespannt, da auch in der Fraktion, zumindest zum Teil, Unmut über die Umleitungspläne herrscht.

Altpapiersammlung könnte kippen

Zu guter Letzt, so Petzold weiter, wartete die zweite Vorsitzende und Organisatorin der Altpapiersammlungen, Uschi Lenz, noch mit einer wahren Hiobsbotschaft auf. Laut Mitteilung des Altpapierentsorgers, so Lenz, hat dieser mit sofortiger Wirkung die Preise deutlich gesenkt. Für die Tonne Altpapier zahlt die Entsorgungsfirma nur noch 40 Euro (bislang 70 Euro). Für die Tonne Kartonage müssen die freiwilligen Sammler sogar 20 Euro Abnahmegebühr bezahlen, bislang bekamen sie 40 Euro. Was dies bedeutet, kann sich jeder an einer Hand ausrechnen. Das Ergebnis einer durchschnittlichen Sammlung mit etwa fünf Tonnen Papier beläuft sich dann auf nur noch 200 Euro, abzüglich 40 Euro für abgegebene Kartonage. Somit verbleiben bei einer durchschnittlichen Sammlung 160 Euro Erlös für die begünstigten Organisationen. Anfragen bei anderen Entsorgern führten zu keinem Ergebnis, gleichniedrige Preise und sogar Annahmestopp für weitere Sammlungen. „Ich habe noch nicht aufgegeben“, so Uschi Lenz dazu. „Findet sich jedoch keine Lösung, werden wir wohl dieses Erfolgsmodell für unbürokratische Hilfe einstampfen müssen“, da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis stünde. cp/zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional