Schwetzingen

Verschiedene Seiten

Ein erstaunter Blick, anerkennendes Nicken oder sogar ein freundlicher Handschlag: Das sind Reaktionen, die ich bei einem eigentlich ziemlich gewöhnlichen Zeitvertreib erhalten habe – dem Bücherlesen. Als ich am Wochenende abends auf einer Parkbank auf mein Taxi gewartet habe, kam mir ein Mann entgegen, der mir genau dafür seinen Dank aussprechen wollte. Jeder andere würde auf sein Handy schauen, meinte er.

Für viele scheint also das Bücherlesen einen höheren Stellenwert zu haben. Aber wieso eigentlich? Ob ich mit meinen Freunden schreibe, mir in den sozialen Netzwerken ansehe, wo sie gerade sind – oder ob ich mir eine fiktive Geschichte durchlese, die so gar nichts mit meiner Realität zu tun hat?

Irgendwie hört sich das Lesen im Vergleich dann sogar unsinniger oder eher unsozialer an. Auf jeden Fall ist es seit einiger Zeit nicht mehr so im Trend – mit einem Buch in der Hand könnte man ja etwas verpassen. Auf der Straße oder auch im weltweiten Netz. Deshalb fällt es im Alltag vermutlich auch stärker auf.

Aber: Die Mischung macht’s. Sich immer nur in fremde Welten zu flüchten, das ist genauso ungesund, wie den Kontakt nur in sozialen Medien zu suchen.

Bücherlesen ist also scheinbar etwas für Eigenbrötler. Aber als ich auf dieser Parkbank saß, hat sich für ein paar Minuten jemand neben mich gesetzt, um zu fragen, was ich da lese. Und dann war es am Ende irgendwie doch wieder ziemlich sozial.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional