Schwetzingen

Nord-Apotheke Ein etwas anderer Vortrag von Samiya Bilgin

Versteckte Kräfte in Märchen

Der Kundenbereich der Nord-Apotheke verwandelte sich am Samstag in einen richtigen Märchen- und Heilpflanzenpalast. Die als Märchenerzählerin und Kräuterkundige bekannte Schwetzinger Lehrerin und Buchautorin Samiya Bilgin gab 20 Zuhörern einen interessanten Einblick in die sehr engen Zusammenhänge von Heilpflanzen und alt bekannten Märchen.

Apothekenleiter Harlan Köhler überraschte gleich bei seiner Begrüßung mit der Nachricht, dass man wegen des riesigen Interesses die Märchenstunde noch etliche Male wiederholen könne. „Aber bei 20 Personen endet leider unsere Besucherkapazität“, bedauerte er.

Schon innerhalb kurzer Zeit gelang es Samiya Bilgin mit ihrer feinen Rhetorik die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. „Die Märchen sind Bilder aus uralten Zeiten, als das Fühlen und Spüren für die Menschen noch die verlässlichen Wegweiser in die Welt und das Leben waren“, führte sie aus. „Diese Bilder gaben oftmals Hilfe, Trost, Orientierung und Kraft“, ergänzte sie. Genial gelang ihr der Übergang zum Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“, in dem neben Tieren auch der Weißdorn helfend zur Seite stand. Dem Weißdorn wird übrigens eine Förderung der Kontraktionskraft und des Schlagvolumens des Herzens samt Steigerung der Durchblutung des Herzmuskels nachgesagt. „Auf den ersten Blick fällt die Heilpflanzenbezogenheit der Märchen nicht jedem auf“, stellte Bilgin fest. Sie erinnerte sogleich an die Märchen „Rapunzel“ und die gleichnamige Salatsorte, oder auch „Aschenputtel“, wo sich das Haselreis verbirgt. Es folgte „Frau Holle“ mit Holunder und dem Apfel, „Dornröschen“ mit dem Weißdorn sowie die „Sechs Schwäne“ mit den Brennnesseln. Diese waren eine Steilvorlage für eine kleine Pause mit Brennnesseltee und Haselnussgebäck.

„Toll rübergebracht“

Bilgin glänzte auch in der Folge mit exzellentem Fachwissen zur Heilkraft von zahlreichen Pflanzen. Im zweiten Teil folgten weitere Märchen als Beispiele. Auch kritische Anmerkungen zu der „Pädagogisierung“ von Grimms Märchen mit dem bekannten „Gut und Böse“ fehlten nicht. Lang anhaltender Applaus beendete die eindrucksvolle und durchaus etwas andere Märchenstunde. „Das war exzellent und unglaublich wertvoll“, so die spontanen Worte von Besucher Hubert Engler. Brigitte Lipowski, auch aus Schwetzingen und selbst erklärter „Märchenfan“, lobte: „Sie weiß enorm viel und hat eine tolle Gabe, es auch perfekt rüberzubringen.“ rie

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