Schwetzingen

Spende Beim Shooting mit Irene Heberling kommen 1600 Euro zusammen / Sie übergibt den Erlös und ein besonderes Fotobuch an die Familie Seele

Viele gute Wünsche sollen Johanna Kraft geben

Archivartikel

Fröhlich plappert die kleine Johanna drauflos und blättert in einem Buch voller Fotos. Die guten Wünsche, die daneben stehen, kann die Dreijährige noch nicht lesen. Sie weiß auch nicht, dass sie ihr gelten. Ebenso wie der Besuch an diesem Nachmittag: Irene Heberling ist mit ihren Söhnen Justus (13), Kilian (15) und Lukas (17) gekommen, um dem tapferen Mädchen dieses besondere Buch zu schenken. Entstanden ist es bei einem außergewöhnlichen Foto-Shooting vor dem Schlossgarten. Bei der Aktion sind 1600 Euro zusammengekommen, die auf Johannas Konto eingezahlt und für ihre Therapien verwendet werden.

Ihr Schicksal – die Dreijährige leidet an einem Hirntumor – berührt die Menschen. Die Spendenbereitschaft war überwältigend (wir berichteten mehrfach). Auch Irene Heberling gehört zu denjenigen, die unseren Artikel („Johanna ist eine Kämpferin“ vom 2. Mai) gelesen haben. „Es war ja mitten im Lockdown. Mein Studio ,Elfengraphie’ war geschlossen, aber ohne Arbeit zu sein, ist für mich unerträglich“, berichtet die Kinder- und Familienfotografin, die sich selbst als Workaholic bezeichnet. „Das war in diesem Frühjahr einfach Alltag. Aber ich habe wieder gemerkt, dass es mir trotz Corona gut geht, als ich von Johanna gelesen habe. Ich hatte Kapazitäten frei – und so ist die Idee entstanden, mit dem Erlös des Fotoshootings zu helfen.“ Gekannt hat sie die Seeles bis zu dem Zeitpunkt nicht.

Überwältigende Resonanz

Eigentlich dachte die 45-Jährige zunächst nur daran, Kinder zu fotografieren. „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass auch Erwachsene ein Zauberbild haben möchten.“ Ein Irrtum, wie sich bald herausstellen sollte, denn binnen kürzester Zeit war der Termin ausgebucht. „Da habe ich mich gleich entschlossen, einen zweiten Tag dazuzunehmen.“

In die Fotos hat sie stilisierte Gegenstände und Tiere eingefügt, die fliegen können – Schmetterlinge, Raketen, Feenstaub, Sterne oder Vögel, ganz nach Wunsch. „Die sollen Zauberkräfte entfalten und durch die Kinder auf Johanna übertragen werden“, erklärt sie die schöne Idee. Und damit nicht nur ein Bild entsteht, durften die Mädchen und Jungen auch ein paar Worte für die Dreijährige dazuschreiben – als Mutmacher. „Möge jeder Tag so viele schöne Momente für Dich bereit halten, dass Dir am Abend ganz schwindelig ist“, überbringt ein kleines Vögelchen die guten Wünsche für den abgebildeten Jungen. Und zwei Mädchen schicken mit Feenstaub den Satz: „Liebe Johanna, wir wünschen Dir Ferien auf dem Bauernhof, Picknick am See und Eisessen!“

So ist ein einzigartiges Buch entstanden – in zweierlei Hinsicht. Es ist zum einen das einzige gedruckte Exemplar, das Johanna und ihre Familie zur Erinnerung bekommen. Vor allem aber die Symbolik dahinter ist eindrucksvoll und berührend. „Dadurch werden alle, die Johanna helfen wollen, sichtbar“, erläutert Irene Heberling. Unterstützung hat sie bei der Vorbereitung der Aktion und an den beiden Shooting-Tagen von ihren Jungs Justus, Kilian und Lukas bekommen. Sie haben die Anmeldung und Terminvergaben organisiert, auf die Abstände beim Shooting geachtet und für das richtige Licht gesorgt.

Solidarität in Corona-Zeiten

Johannas Mama Maike wischt sich beim Durchblättern des Buches immer wieder Tränen aus den Augen. „Es ist so toll. Wir kennen so viele Kinder, es sind Freunde von Johanna. Es ist süß zu sehen, wer alles mitgemacht hat und uns gute Wünsche schickt.“ Sie ist auch gerührt, wie viele Familien sich beteiligt haben, die die Seeles nicht kennen. Begeistert ist Maike Seele von der großen Bereitschaft und Solidarität. „Gerade zu Corona-Zeiten, wo ja jeder weggesperrt war und für sich sein musste, ist ein Gefühl der Gemeinschaft entstanden“, bedankt sie sich bei allen, die dabei waren. az

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