Schwetzingen

Frisch gemäht Eine Kulturbetrachtung des wichtigsten Gartengerätes schlechthin / Vom Handmäher bis zum selbstfahrenden kleinen Roboter gibt es für Hobbygärtner viele Alternativen

Viele Wege, ein Ziel: Der Rasen soll Nachbarn erblassen lassen

Archivartikel

Beim Nachbar zur Linken ist es wieder elend laut. Er mäht seinen Rasen, wie jeden Samstag. Der Nachbar zur Rechten lässt mähen, fast täglich. Der kleine Roboter, der über seinen Rasen huscht, ist akustisch jedoch kaum wahrnehmbar.

Die Unterschiede der Gartentrimmer sind immens, genau wie ihre Besitzer, die sich unterschiedlichen Typen zuordnen lassen. Grob unterscheiden kann man zwischen dem Naturbelassenen, dem Gemütlichen, dem Großgrundbesitzer, dem Technikfreak und dem Faulen. Sie alle lieben ihren Rasen, nur mähen sie ihn völlig unterschiedlich.

Der Naturbelassene

Wer den paradiesischen Ansatz wählt, mag sich im Sinne der Nachhaltigkeit für einen Handrasenmäher entscheiden. Dabei handelt es sich eigentlich um ein ganz simples Ding mit einer Messertrommel zwischen zwei Rädern samt einem langen Griff daran. Schon ab einem Preis von 50 Euro kann man damit ein stabiles Modell – neuerdings sogar mit einem Fangkorb – ergattern. Der Vorteil: Es ist ein der Nachhaltigkeit geradezu verpflichtetes Gerät ohne Energieverbrauch, mal abgesehen vom Körpereinsatz des Mähenden. Allerdings darf die Rasenfläche auch nicht zu groß sein, sonst artet es in ein Höchstmaß an Arbeit aus.

Der Gemütliche

Die nächste Stufe in der Rasenmäher-Evolution ist der Elektrorasenmäher. Dieser hat deutlich mehr Volumen. Die kreisenden Messer sind von einem massiven Korpus geschützt. Die Mähbewegung wird durch einen Elektromotor in Gang gesetzt. Die Flächenleistung ist weitaus größer als beim Handrasenmäher. Wichtig ist, dass man nicht mit dem Fuß unter die Messerabdeckung gerät. Im Alltag noch viel relevanter ist die Frage der Stromversorgung. Meistens läuft man nämlich mit einem Kabel durch den Garten und vollführt Pirouetten, damit man es nicht mit dem Mäher schreddert. Abhilfe schafft da eine Stromversorgung via Akku. Dafür muss der Mähfreund jedoch um die 200 Euro auf den Tisch legen. Ein Modell mit Kabel kostet lediglich die Hälfte.

Der Großgrundbesitzer

Natürlich kann so ein Mäher auch mit Benzin betrieben werden. Wer die Natur schonen will, sollte jedoch zweimal über die Nutzung nachdenken. Der einzige Punkt, der für solch einen Mäher spricht, wäre, dass das Grundstück so groß ist, dass man mit Kabel und Akku schlicht nicht in die hinteren Winkel kommen würde. Ist dies der Fall, muss man bei der Anschaffung mit durchschnittlichen Kosten um die 200 Euro rechnen. Übrigens: Der Spaßfaktor ist beim Benziner am größten, wenn der Motor zusätzlich auch die Räder antreibt.

Der Technikfreak

Der absolute Traum vieler Gartenbesitzer ist ganz sicher der Aufsitzrasenmäher. Er ist eher ein kleiner Traktor mit Lenkrad, auf dem man sich sitzend über das Anwesen chauffiert. Die Modelle reichen von Varianten, die optisch wie ein Golfcaddy aussehen, bis zu einem regelrechten Kleintraktor. Solch ein Riesenmäher kann leicht 1000 Euro kosten und wirkt schnell überdimensioniert, wenn man damit ein Handtuchgrundstück von 500 Quadratmetern bewirtschaftet.

Der Faule

Ohne menschliche Führung kommt der Mähroboter aus. Das Pendant zum automatischen Staubsauger arbeitet die Fläche selbstständig ab. Um die tausend Euro kostet das Gerät, mit dem man ein- bis zweitausend Quadratmeter schafft. chh

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