Schwetzingen

Orangerie Nach drei Monaten endet die Candide-Ausstellung / Mehr als 5000 Besucher

Voltaires Figur bleibt vor Ort

Archivartikel

Ende Januar war Vernissage, nun ging nach drei Monaten eine Ausstellung im Lapidarium der Orangerie des Schlosses zu Ende: „Candide – Voltaires Klassiker in Bildern“. Voltaire (1694 bis 1779), der Philosoph der Aufklärung und Verfasser des Klassikers der Weltliteratur „Candide oder der Optimismus“ kam erstmals 1753 an den Schwetzinger Hof.

1758 reiste Voltaire erneut nach Schwetzingen und arbeitete hierbei an der Reinschrift seines „Candides“, aus dem er dem Kurfürsten Carl Theodor während des Aufenthaltes wohl auch vorgelesen hat. In der Tat: Im Schwetzinger Schloss wurde Weltliteratur geschrieben und kein Buch der Literaturgeschichte wurde wohl so oft illustriert wie „Candide“, vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis heute.

90 Grafiken ausgewählt

Professor Josef Walch, der Kurator der Ausstellung, verfügt über eine umfangreiche Sammlung illustrierter Candide-Bände, aus denen er 90 Grafiken auswählte und in der Ausstellung präsentierte. Dass diese Ausstellung zu einem Publikumsmagneten wurde, war nicht zu erwarten. Sicher, so Walch, hat ein äußerst positives, überregionales Medienecho dazu beigetragen. „So oft bin ich noch nie auf eine Ausstellung angesprochen worden wie in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit ,Candide‘“, berichtete Josef Walch. Seiner Meinung nach dürften weit mehr als 5000 Besucher die Ausstellung gesehen haben. Wahrscheinlich hätte Voltaire sich über diese Bühne gefreut. Walch berichtete vom Feedback einer am Schloss gelegenen Buchhandlung, die in der Zeit ihres Bestehens noch nie so viel Voltaire-Texte verkauft hat.

Sandra Moritz von den Staatlichen Schlössern und Gärten freute sich nicht nur über den Erfolg der Ausstellung, sondern auch darüber, dass die lebensgroße Voltaire-Figur aus dem Besitz der Künstlerinitiative Schwetzingen nun in den Besitz des Schlosses übergegangen ist und dort einen dauerhaften Platz finden wird. Dazu schenkte Josef Walch dem Schloss das von ihm aus Papier nachgebaute Rokokotheater mit den Akteuren des „Candide“. Für Walch war es die dritte Ausstellung, die er inszenierte nach „Grandville – Les Fleurs Animés“ und „Herkules und Superman“. zg

Info: Eine Bilderstrecke von der Ausstellung gibt es unter www.schwtzinger-zeitung.de

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