Schwetzingen

44. Schwetzinger Mozartfest Pianistin Lisa Smirnova spielt das Klavierrezital „Wiener Klassik in C“ / Werke vor allem von Mozart, aber auch von Haydn und Beethoven

Vom Volkslied zur Weihnachtsmelodie

Archivartikel

„Morgen kommt der Weihnachtsmann“ – heißt es am Samstag, 5. Oktober, beim 44. Schwetzinger Mozartfest, wenn die Pianistin Lisa Smirnova mit dem Klavierrezital „Wiener Klassik in C“ im Jagdsaal auftritt (Beginn 19.30 Uhr).

Eigentlich ein französisches Volkslied im Stil der amourösen Schäferdichtung, ist die Melodie von „Ah, vous dirai-je, maman“ in Deutschland eher unter dem Titel „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ bekannt – oder auch noch einfacher unter „A-B-C-D-E-F-G“. Zwischen seiner Entstehung Mitte des 18. Jahrhunderts und seiner Metamorphose in ein deutsches Weihnachtslied 1835 hat sie jedoch noch der junge Wolfgang Amadeus Mozart in seine begabten Hände bekommen.

1781 schrieb er das Klavierwerk Zwölf Variationen in C-Dur über das Lied „Ah, vous dirai-je, maman“ für die Wiener Pianistin Josepha Barbara Auernhammer. Die Dame war seine Schülerin und der Komponist war zumindest von ihrem Klavierspiel recht angetan: „die freulle ist ein scheusal! – spielt aber zum entzücken“.

Klassiker im Unterricht

Nicht zuletzt aufgrund seiner eingängigen Melodie ist das Werk sehr populär und ist bis heute ein Klassiker im Klavierunterricht. Von der schlichten Kinderlied-Anmutung schraubt es sich über spieltechnisch herausfordernde Variationen und kontrapunktische Wendungen hinauf zu einer hochvirtuosen Abschluss-Variation.

Lisa Smirnova, geboren in Moskau, aber mittlerweile eine Wahl-Wiener Pianistin, hat dieses Werk zur Freude des Künstlerischen Leiters Nikolaus Friedrich in ihren Abend „Wiener Klassik in C“ beim Schwetzinger Mozartfest integriert. Darüber hinaus bekommt der Zuschauer mit der Klaviersonate c-Moll op. 30 No 6 von Joseph Haydn, Mozarts Fantasie c-Moll KV 475 und Ludwig van Beethovens Klaviersonate No 32 c-Moll op. 111 einen wunderbaren Querschnitt der Wiener Klassik zu Gehör – dargeboten von einer der authentischsten Künstlerinnen der internationalen Pianistenszene.

Tief verwurzelt in der Musik des Barock und der Klassik, ist Lisa Smirnova heute als ausgewiesene Mozartspezialistin bekannt. Prägend für ihren künstlerischen Werdegang waren die Flucht aus dem sowjetkommunistischen Bildungssystem, die ihr das Studium beim renommierten Klavierpädagogen Karl-Heinz Kämmerling am Salzburger Mozarteum ermöglichte.

Zum zweiten Mal in der Stadt

Bereits im Alter von 20 Jahren debütierte Smirnova in der Carnegie Hall in New York, nur wenig später in der Suntory Hall in Tokyo. Danach folgten Auftritte in der Wigmore Hall in London, dem Concertgebouw in Amsterdam und im Wiener Konzerthaus, und im Sommer 1996 das Debüt bei den Salzburger Festspielen. Seither konzertiert sie auf den internationalen Konzertpodien in Europa, Asien und USA und bereichert nun nach 2016 zum zweiten Mal das Schwetzinger Mozartfest mit einer Klavierrezitation. zg

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