Schwetzingen

Aufbruch 2016 Dr. Gunter Zimmermann über die somalische Schriftstellerin Ayaan Hirsi Ali / Sie habe in den Niederlanden ihren Glauben verloren

Von Geburt an mit täglichem Antisemitismus aufgewachsen

Archivartikel

Auf einer Sprecherratssitzung der Initiative „Aufbruch 2016“ berichtete Pressereferent Dr. Gunter Zimmermann über einen biographischen Essay der in Somalia geborenen Autorin Ayaan Hirsi Ali, der laut Pressemitteilung der Gruppe „leider von äußerster Aktualität“ sei. Sie erzähle, dass sie den Begriff Antisemitismus zum ersten Mal mit 20 Jahren nach ihrer Ankunft in den Niederlanden gehört habe.

Die Realität habe sie von Geburt an erfahren, da sie als Kind „passive Konsumentin eines fanatischen muslimischen Antisemitismus“ gewesen sei. Wenn etwas zu Bruch gegangen, Konflikte ausgebrochen oder Versorgungsengpässe aufgetreten seien, hätten die Erwachsenen in ihrer Umgebung die Schuld den Juden gegeben.

Dieselben Personen hätten „Yahud“ („Jude“) gerufen, wenn sie jemand tödlich beleidigen wollten. So habe Ayaan Hirsi Ali gelernt, dass Juden böse Menschen seien. Mit 15 habe sie sich der Muslim-Bruderschaft angeschlossen und dort erfahren, wie tief und weit deren vermeintliche Niedertracht reiche.

Politisch zeige sich diese Böswilligkeit nach Ansicht der Muslim-Bruderschaft in dem Sachverhalt, dass die Juden das Heilige Land Palästina besetzt hätten. Theologisch sei ihnen für immer vorzuwerfen, dass sie den Propheten Mohammed verraten hätten. Durch die entsprechende Koranverse hätte sie darüber hinaus gelernt, dass Allah die Juden in alle Ewigkeit verdammt habe, sie nicht von Menschen, sondern von Schweinen und Affen abstammten und dass sie zu töten seien, wo immer man auf sie träfe. In diesem Sinne hätte man auch täglich gebetet: „Lieber Gott, vernichte alle Juden, alle Zionisten und den Staat Israel.“

Kinder mit Hass nähren

Ayaan Hirsi Ali berichte auch, so Zimmermann in seinem Vortrag, dass sie in den Niederlanden ihren Glauben verloren habe. Im Unterschied zu Mohammed Mursi, der lange Zeit die Muslim-Bruderschaft führte und ab 2012 für ein Jahr Präsident Ägyptens war. Der erklärte 2010: „Brüder, wir dürfen nie vergessen, unsere Kinder und Enkel mit dem Hass auf sie zu nähren: auf die Juden, auf die Zionisten“.

Im Einklang mit dem Kommentar „Nie Wieder“ aus Bild, erklärte Zimmermann, dass die Empörung und Entrüstung über rechtsextremistischen Antisemitismus keinen Sinn ergeben, wenn nicht gleichzeitig die „fanatischste, mächtigste und meistunterschätzte Form“ (Ayaan Hirsi Ali) des Judenhasses mit wesentlich höherer und kräftigerer Energie bekämpft und angegriffen wird: „Wenn der Attentäter, der in einer Berliner Synagoge Juden mit einem Messer umbringen wollte, ohne alle weiteren Nachprüfungen laufengelassen wird, muss man sich nicht wundern, dass eine Woche später in Halle sich die schreckliche Tat wiederholt und für zwei unbeteiligte Deutsche tödlich ausgeht,“ so die Presseerklärung der Gruppe. zg

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