Schwetzingen

Wollfabrik Eric Prinzinger begeistert mit seiner Band und Elvis-Presley-Nummern

Vor Frauen fällt er auf die Knie

Archivartikel

Mit Aperol Spritz oder Bier in der Hand harrten die Besucher der „Elvis lebt!“-Show der Dinge an mit Kerzen bestückten Tischen in der nahezu ausverkauften Wollfabrik. So gesehen hätte es ein gemütlicher Abend sein können, aber auf dem Programm stand Rock‘n’Roll vom Feinsten. Dafür sorgten Eric Prinzinger und seine Band. Er war schon immer ein großer Elvis-Presley-Fan. Seit mehr als 20 Jahren agiert er nicht nur als reiner Imitator des King of Rock‘n’Roll, sondern macht dabei auch sein eigenes Ding. Mit Blick auf die gemütliche Wollfabrik-Szenerie handelte es sich also nur um die Ruhe vor dem Sturm. Dann ging’s richtig ab.

Mit „Blue suede shoes“ legte Elvis alias Eric Prinzinger einen fulminanten Start hin, nachdem das Publikum mit dem „Elvis-lebt“-Film auf der Leinwand eingestimmt wurde. Darin präsentierte der Künstler ein Medley zur Einstimmung. Emotional wurde es bei „In the ghetto“. Bei „It’s now or never“ sangen alle mit. Dass Letzterem die Melodie von „O sole mio“ zugrundeliegt, stellte Elvis-Darsteller Prinzinger schon vor dem Song klar und untermauerte den Traum vom sonnigen Süden, indem er die letzte Strophe auf Italienisch mit tenorwürdiger Einlage sang, was die Zuhörer mit begeistertem Gejohle honorierten. Immer wieder stieg Eric Prinzinger von der Bühne hinunter und bewegte sich zwischen den Gästen, fiel vor Damen auf die Knie, rannte auch mal hinaus, um der Angebeteten eine Topfpflanze zu holen, oder tanzte mit Frauen, die dies allesamt nicht nur zuließen, sondern auch genossen. Passend vor der Pause intonierte er „Muss i denn zum Städtele hinaus“.

Schon zu diesem Zeitpunkt stand für die meisten im Raum fest: Elvis lebt weiter mit Eric Prinzinger, tatkräftig unterstützt von Matthias „Mätze“ Schulz am Keyboard, Claus Müller an den Drums, Gerald „Gary“ Sänger an der E-Gitarre und Stefan Rupp am Bass.

„Er hat tolle Bewegungen drauf“

Prinzinger interpretierte jedoch nicht nur Elvis-Songs gekonnt, sondern schmetterte Lieder anderer Künstler wie „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens, „Sexbomb“ von Tom Jones oder „Alice“ von Howard Carpendale. Der Künstler hatte das Publikum zu jedem Zeitpunkt fest im Griff und dieses machte begeistert mit. Auch sparte er nicht mit Humor. So pries er die Schönheit der anwesenden Frauen und ließ gleich danach die Männer per Applausstärke über deren kollektive Attraktivität abstimmen, was für große Heiterkeit sorgte.

Immer mehr Paare und Single-Ladys ließen sich von der Stimmung und der tollen Musik mitreißen, sie tanzten, klatschten oder zückten die Handys als Feuerzeugersatz der Neuzeit bei romantischen Stücken. Dass die Anwesenden gegen 22.30 Uhr den Elvis-Imitator nicht ohne Zugabe gehen ließen und diese auch mittels drei weiterer Songs gewährt wurde, spricht für den Abend.

Von diesem war auch Nadja Krämer begeistert, die aus Linkenheim bei Karlsruhe angereist war: „Ich war schon immer ein großer Elvis-Fan und wollte Eric Prinzinger unbedingt ein zweites Mal sehen. Er lebt die Musik vom Fußzeh bis in die Haarspitzen“, schwärmte sie und ergänzte: „Er ist einfach fantastisch und hat tolle Bewegungen drauf, macht aber auch sein eigenes Ding.“ Monika Wettstein aus Walldorf fühlte sich an ihre Jugend erinnert: „So ein schöner Abend mit so toller Musik! Ich muss an früher denken. Aber mir würde besser gefallen, er würde nur Elvis-Songs singen. Toll ist, wie publikumsnah er ist. Ich dachte, da steht Elvis.“

Auch wenn die humorvolle Art des Künstlers, sich nicht selbst allzu ernst zu nehmen, auf unterschiedliche Resonanz stieß, und zwischen großer Begeisterung auch etwas Skepsis im Publikum mitschwang, so machte ihm wohl das größte Kompliment an diesem Abend ein Schwetzinger Paar, das in der Zeitung die Anonymität bevorzugt: „Wir waren vor ein paar Jahren in Las Vegas und sahen auf einer der großen Bühnen einen berühmten Elvis-Imitator. Wie Eric Prinzinger dagegen abschneidet? Gut, sogar sehr gut.“

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