Schwetzingen

Circus Baruk Stadt erteilt weiter keine Genehmigung / Lediglich Duldung / Risiko der Betreiber

Vorstellungen finden statt

Archivartikel

Der Circus Baruk wird am heutigen Freitag, 18 Uhr, seine Galapremiere feiern und gibt dann – außer Dienstag – jeden Tag Vorstellungen bis Sonntag, 5. August. Seine Ansiedlung auf einem Stoppelacker an der Brühler Landstraße ist jedoch nicht offiziell genehmigt (wir berichteten). Auch stieß das Aufschlagen des Zelts mit den Behausungen für die Tiere in Anbetracht der tropischen Temperaturen auf ein emotionales Feuer in den sozialen Netzwerken (auf unserer Facebook-Seite).

Facebook-Nutzer fordern, dass die Stadt eingreifen soll. Ordnungsamtsleiter Pascal Seidel hatte mit einem ausführlichen Beitrag in unserem sozialen Netzwerk die Sachlage schon einmal dargestellt. Das Rathaus bezieht auf Anfrage dieser Zeitung noch einmal Stellung: „In der Betrachtung des Gesamtbildes ist von Seiten der Stadt nicht geplant, restriktiv im Sinne der Räumung der Fläche einzugreifen, zumal es auch keine Ausweichflächen gibt. Die geschaffenen Fakten und damit den Verstoß einer Nutzung im Außenbereich sehen wir. Daher wird es von Seiten der Stadt keine nachträgliche legalisieren hierzu geben“, heißt es: „Alles, was dort in Rahmen des Zirkusbetriebs in den nächsten Tagen erfolgt, geht auf Risiko und Gefahr von Grundstückseigentümer und Betreiber. Für den Wiederholungsfall werden wir dem Betreiber schon jetzt ein konsequentes Eingreifen ankündigen.“

In Bezug auf die Tiere gibt es auch eine klare gesetzliche Regelung: „Die Haltung der Zirkustiere muss dem Tierschutzrecht entsprechen. Der Betreiber hat dies gegenüber dem Staatlichen Veterinäramt zu dokumentieren. Ein Auftrittsverbot kann nicht von Seiten der Stadt verhängt werden. Am Samstagnachmittag wird es übrigens eine beantragte und genehmigte Kundgebung des örtlichen Tierschutzvereins geben. Dieser wird sich morgen mit dem Ordnungsamt und der Polizei abstimmen“, teilt die Verwaltung mit.

Immer wieder werde die Stadt mit einer hohen Erwartungshaltung zur Verhängung von Verboten aller Art konfrontiert, so auch in diesem Fall. Selten gäbe es aber sehr einfache Lösungen für sehr komplexe Sachverhalte. Oberbürgermeister René Pöltl plädiert an der einen oder anderen Stelle für mehr Verständnis: „Wir sind dazu berufen, das Einhalten der bestehenden Gesetzeslage zu prüfen, was wir tun. Es gibt aber keine Allzuständigkeit der Stadt, Missstände aller Art direkt abzustellen. Dies gilt zum Beispiel auch für Regelungen zum Halten von Tieren und Auftrittsverbote von Vorstellungen. Solange sich Menschen in Rahmen der bestehenden Gesetze bewegen, haben wir dies als Stadt zu akzeptieren, auch wenn wir Themen grundsätzlich kritisch sehen sollten.“ kaba

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