Schwetzingen

Antiziganismus Manfred Kern und Romeo Franz im Austausch

Vorurteile ausräumen

Schwetzingen/Mannheim.„In der Begegnung liegt die Chance“, betont der Schwetzinger Landtagsabgeordnete Manfred Kern (Grüne) bei seinem Gespräch mit dem Europaabgeordneten Romeo Franz in dessen neuem Wahlkreisbüro in Mannheim. Begegnungen zwischen Angehörigen der Mehrheits- und der Minderheitsgesellschaft sind in beider Augen wichtig, denn durch sie könne man Diskriminierung überwinden und Ausgrenzung vermeiden. Und zwar wesentlich wirkungsvoller als mittels Verordnungen „von oben“, heißt es in einer Pressemitteilung der beiden Politiker.

Auch 75 Jahre nach Himmlers Auschwitz-Erlass, der die Vernichtung von rund 500 000 Sinti und Roma befahl, kämpft die Volksgruppe noch immer gegen Vorurteile, Diskriminierung und Benachteiligung, berichtet Franz, der 2018 als erster deutscher Sinto ins Europaparlament eingezogen ist.

Gesamteuropäisches Problem

„Antiziganismus ist kein deutsches Phänomen, sondern ein gesamteuropäisches Problem“, erklärt Franz. Kern, der sich seit Jahren unter anderem als Mitglied des Rates für die Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma engagiert, bietet seine Hilfe an und will auch künftig für das Thema sensibilisieren. „Diskriminierung geschieht oft unterschwellig und nicht für jeden erkennbar. Hier ist Zivilcourage gefordert“, sind sich beide einig.

In diesem Jahr möchte Kern, der kulturpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion ist, mit Franz eine gemeinsame kulturelle Veranstaltung in der „Romno-Week“ arrangieren, nicht zuletzt, um weitere Begegnungen zu schaffen und damit Vorurteile abzubauen. zg

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