Schwetzingen

Rathaus Die Stadt bereichert ihre Sammlung durch eine Schenkung von 14 Kunstwerken des Malers Bernhard Karl Becker / Aus dem Nachlass von Brigitte Schmid

Wahre Hommage an Bernhard Becker

Es gibt sie noch, die Schenker, die ohne Nutzen-Denken Museen oder anderen öffentlichen Einrichtungen Kunstwerke überlassen. Ein solcher Sonderfall ist nun aus Schwetzingen zu vermelden, wo Thilo Ritz 14 Bilder des Malers Bernhard Karl Becker (1899 - 1991) aus dem Nachlass seiner Mutter Brigitte Schmid der Stadt stiftete, darunter Malereien, Zeichnungen und Druckgrafiken.

Am Donnerstagnachmittag hat Oberbürgermeister Dr. René Pöltl diese sowie einige andere Bilder aus den Beständen der Stadt und Leihgaben aus Privatbesitz in einer Kabinettausstellung im ersten Obergeschoss des Rathauses einer interessierten Öffentlichkeit erstmals gezeigt.

Die Schenkung und die gegenwärtige Schau ist als Hommage an die Schwetzingerin Brigitte Schmid, geborene Juchelka, gedacht. Die bekannte Inhaberin eines Reisebüros in der oberen Carl-Theodor-Straße war am 2. Oktober des vergangenen Jahres im Alter von 76 Jahren verstorben. Nun wird ihr Name mit der Sammlung für die Nachwelt gegenwärtig bleiben.

Schwetzingerin mit Leib und Seele

Thilo Ritz, der mit den Bildern Beckers aufgewachsen ist, sagte gegenüber unserer Zeitung: "Die Schenkung ist ganz im Sinne meiner Mutter, denn sie war Schwetzingerin mit Leib und Seele, sie ist hier geboren, hier hatte sie ihr Reisebüro, das sie viele Jahre führte, und hier ist sie verstorben." Becker habe seine Mutter zweimal porträtiert, erzählte er, einmal als kleines Mädchen im Krieg und dann nochmals als Teenager. Von 1960 bis 1990 hat sie dann selbst viele Kunstwerke Beckers erworben.

"Es ist heute etwas ganz Besonderes, dass wir eine Schenkung entgegennehmen dürfen, die eine wundervolle Bereicherung für die bestehende Kunstsammlung der Stadt darstellt", sagte OB Dr. René Pöltl zufrieden, nachdem er Thilo Ritz, Frieder Juchelka, den Bruder Brigitte Schmids, und dessen Frau Claire begrüßt hatte, aber auch Nachbarn, Wegbegleiter und die anwesenden Gäste, darunter einige Künstler aus Schwetzingen und der Region.

"Becker ist ein Maler, der gut in Erinnerung geblieben ist, nicht nur bei älteren, auch bei den jüngeren Bürgern", betonte Pöltl. Lebendig in Erinnerung sei ihm auch Paul Juchelka geblieben, der Vater von Brigitte Schmid. Als ältester Bürger, er wurde 103 Jahre alt, war sein Leben eng mit der Geschichte Schwetzingens verbunden. Er und seine Frau Ida waren mit dem Künstler Becker eng befreundet. "Mit der großzügigen Geste des Sohnes von Brigitte Schmid kommt ein Stück Familiengeschichte mit Kunst- und Stadtgeschichte zusammen", so Pöltl.

Es sei wie ein Vermächtnis, das man zu schätzen wisse, letztendlich aber sei dieses Geschenk an die Stadt eine Spende an alle Bürgerinnen und Bürger, fügte er hinzu und überreichte Thilo Ritz den Bildband des Fotografen Horst Hamanns über Schwetzingen, der im Jubiläumsjahr 2016 entstanden war.

Einen großen Anteil daran, dass der Maler Bernhard Karl Becker den Schwetzingern noch gut in Erinnerung ist, hat Prof. Josef Walch, Vorsitzender der Künstlerinitiative. In seinen einführenden Worten zur Ausstellung würdigte Walch all die Verknüpfungen Beckers zur Stadt und seine Verdienste für diese. Er gab Einblicke in die Themenwelt des Künstlers und erzählte, dass seine Geschichte mit Bernhard Becker schon in der Schulzeit anfing.

Becker war Walchs Ziehvater

Am Hebel-Gymnasium, wo Walch Abitur machte, war Heinrich Vogt sein Kunstlehrer. Dieser machte ihn mit Becker bekannt, in dessen Atelier er schon damals einmal in der Woche arbeiten durfte. Becker habe auch dafür gesorgt, dass Walch im Alter von 17 Jahren Mitglied im Heidelberger Kunstverein wurde. "Durch Publikationen, durch die VHS-Ausstellung und den Film, den ich mit Schülern des Hebel-Gymnasiums über ihn gemacht habe, ist der Maler stets präsent gewesen", sagt Walch.

Es sei gleichzeitig aber schwierig, Becker auf dem Kunstmarkt einzuordnen, "deshalb habe ich auch Thilo Ritz geraten, seine Werke der Stadt zu stiften". Am Ende seiner Ausführungen übergab Prof. Walch an Thilo Ritz den von ihm sehr ansprechend gestalteten Band mit dem Titel "Bernhard K. Becker: Capriccios. Skizzenbuch 1", das ein Konvolut von kleinen Zeichnungen und Skizzen Beckers enthält, die Walch ganz besonders fasziniert haben.

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