Schwetzingen

Neue Corona-Regeln ab Montag

Ware bei Einzelhändlern bestellen und abholen

Archivartikel

Schwetzingen.„Das Land Baden-Württemberg hat Freitagnacht noch die angekündigte Änderung der Corona-Verordnung notverkündet“, schreibt Schwetzingens Oberbürgermeister Dr. René Pöltl in einer Facebook-Mitteilung. „Ich wurde hierüber um 1 Uhr heute Nacht von den Kommunalen Spitzenverbänden informiert.“
Er geht in seiner Mitteilung an die Bevölkerung auch auf die aktuellen Infektionszahlen in Schwetzingen, der Region und im Land Baden-Württemberg. Laut Landesgesundheitsamt liegt die 7-Tage-Inzidenz (Stand 8.1.2021) in Baden-Württemberg bei 124,6 und im Rhein-Neckar-Kreis bei 134,6. Laut Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises befinden sich in Schwetzingen aktuell 55 Personen in der Quarantäne, davon 37 aktive (positiv getestete) Fälle (von denen sich aktuell mindestens vier Personen in stationärer Behandlung befinden).
Grundsätzlich werden am Montag, 11. Januar, die bereits geltenden Corona-Regeln bis 31. Januar weitergeführt, zum Teil in verschärfter Form, das betrifft vor allem die Schließung von Geschäften und die allgemeine Ausgangssperre. Darüber werden private Zusammenkünfte eingeschränkt. Es ist künftig nur eine Zusammenkunft von Angehörigen eines Haushalts und einer weiteren Person eines anderen Haushalts zulässig. Hierbei werden Kinder dieser Haushalte bis einschließlich 14 Jahre nicht mitgezählt (Abweichung zum Bund-Länder-Beschluss). Das bisherige Verwandtenprivileg wurde aufgehoben. Auch erlaubt ist unter diesen Maßgaben die Betreuung von Kindern im wechselseitigen, unentgeltlichen und nicht geschäftsmäßigen Verhältnis, soweit dies in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften erfolgt und Kinder aus höchstens zwei Haushalten umfasst.

Präsenzpflicht bei Klausuren
Nach dem Bund-Länder-Beschluss sollen die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen im Bereich des Betriebs von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen bis Ende Januar verlängert werden, also Schließung oder Aufhebung der Präsenzpflicht. In Baden-Württemberg soll das in einem abgestuften Vorgehen erfolgen. Die Einschränkungen des Unterrichtsbetriebs in der Präsenz an Grundschulen sowie die Schließung von Kindertagesstätten (aktuell nur Notbetreuungsangebot) sollen gegebenenfalls bereits ab 18. Januar schrittweise gelockert werden, sofern die Infektionszahlen es zulassen. Eine Entscheidung dazu ist für Donnerstag, 14. Januar, angekündigt.
Grundsätzlich ist bis einschließlich 17. Januar der Unterrichtsbetrieb in der Präsenz sowie die Durchführung außerunterrichtlicher und anderer schulischer Veranstaltungen an den öffentlichen Schulen, Grundschulförderklassen, Schulkindergärten und den entsprechenden Einrichtungen in freier Trägerschaft untersagt. Auch Kindertageseinrichtungen sowie die Kindertagespflege, Betreuungsangebote der verlässlichen Grundschule, flexiblen Nachmittagsbetreuung und Horte bleiben geschlossen.
An die Stelle des Präsenzunterrichts tritt der Fernunterricht für Schüler aller Schularten ab der Jahrgangsstufe 5. Für die Schüler der Grundschule werden analog oder digital Lernmaterialien durch ihre Lehrkräfte zur Verfügung gestellt. Für die Abschlussklassen können bereits ab diesen Montag, 11. Januar, Präsenzveranstaltungen etwa Klausuren vorgesehen werden, so geschieht dies etwa am Hebel-Gymnasium in Schwetzingen.
Weiterhin zu gewährleisten ist die Notbetreuung für teilnahmeberechtigte Schüler der Grundschulen, Grundschulförderklassen, der Klassenstufen 5 bis 7 der auf der Grundschule aufbauenden Schulen sowie Kinder in Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege und Schulkindergärten, heißt es in der Verordnung.

Gebührenerlass für Eltern
Über einen möglichen Erlass der Betreuungsgebühren für die Eltern, deren Kinder aktuell nicht betreut werden dürfen, finden aktuell Beratungen der kommunalen Spitzenverbände mit dem Land Baden-Württemberg statt, schreibt der OB. „Sollte das Land wie im Frühjahr eine Erstattung dieser Kosten vorsehen, würde der Schwetzinger Gemeinderat hierüber beraten und gegebenenfalls den Erlass beschließen“, stellt Pöltl in Aussicht.
Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es für den gebeutelten Einzelhandel: Nun ist eine Abholung von bestellten Waren im Ladengeschäft möglich („click & collect“). Bei der Einrichtung von Abholangeboten haben die Betreiber im Rahmen ihrer Hygienekonzepte insbesondere die Ausgabe von Waren innerhalb fester Zeitfenster zu organisieren, heißt es weiter. Schwetzinger Einzelhändler haben in mehrfacher Hinsicht auf ihren nackten Überlebenskampf aufmerksam gemacht, in dem sie zum Beispiel einen offenen Brief an die Regierung mit unterschrieben haben oder sich bei der „Jerusalema Dance Challenge“ in den sozialen Netzwerken den Frust von der Seele getanzt haben (Video anbei). 

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