Schwetzingen

Schlossgarten Karten für Eco-Mobil- und Classic-Gala im Vorfeld sichern / Auch Jahreskarteninhaber benötigen ein Zeitticket

Warum Ford die Schuppenwand zertrümmerte

Archivartikel

Trocken soll’s am Wochenende bleiben und die Sonne lässt sich auch blicken – so zumindest die hoffnungsvolle Wettervorhersage für die Region, die die Fans von historischen und brandaktuellen Autos sowie neuen Mobilitätsalternativen freuen wird. Wenn die Eco-Mobil-Gala und die Classic-Gala Schwetzingen von Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. September, 9 bis 18 Uhr, erstmals gemeinsam im Schwetzinger Schlossgarten gastieren, stimmen schon mal die himmelsbedingten Voraussetzungen. Für alles andere sorgen die untriebigen Organisatoren Wolfgang Gauf, Johannes Hübner und Hans Hedtke mit ihren Veranstaltungspartnern sowie Schlossverwalterin Sandra Moritz.

Mit den Staatlichen Schlössern und Gärten wurden dieses Mal Zeitzonen für den Besuch der Classic-Gala eingerichtet. Daher ist notwendig, sich die Tickets im Vorverkauf zu sichern. Jahreskarteninhaber haben freien Eintritt, benötigen allerdings ebenfalls ein Zeitticket für den Besuch. Damit man sich beim Betrachten der 150 Autoraritäten aus der Zeit zwischen 1890 und 1990 nicht ins Gehege kommt, flanieren die Gäste richtungsgebunden auf der einen Seite hin, auf der anderen zurück. Wenn man einen Snack, ein Getränk, einen Hut oder ein Buch kaufen möchte, werden Wartezonen den notwendigen Raum im Umfeld der Stände bieten.

Testfahrt mit Hindernissen

Freilich würden die Autobesitzer gern wieder ihre Geschichten zu den Fahrzeugen erzählen – das funktioniert für alle aber nur dann entspannt, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Ein Geschichte zum Ford-Quadricycle gab Johannes Hübner bei der zurückliegenden Pressekonferenz schon mal zum Besten. Als Henry Ford mit 31 Jahren von der Erfindung des Automobils hörte, beschloss er sofort, in einem Schuppen hinter seinem Haus ein Auto zu bauen. Nach Monaten mit vielen Rückschlägen war es 1896 endlich soweit: Die Testfahrt für ein Gefährt mit einem leichtem Stahlrahmen und einem Zweizylinder-Vier-PS-Benzinmotor, der mit vier Fahrradrädern bestückt, stand an. Um 4 Uhr früh versuchten Ford und sein Assistent James Bishop das Quadricycle aus dem Schuppen herauszufahren, aber es war zu breit, um durch die Tür zu passen. Ford nahm eine Axt und zertrümmerte die Ziegelwand des Schuppens, damit das Fahrzeug herausgerollt werden konnte. Bishop radelte voraus, um die wenigen Kutschen und Fußgänger zu warnen, denn das Vehikel hatte keine Bremsen. Ford fuhr das 227 Kilo leichte Quadricycle über die Grand River Avenue in Detroit und über drei große Durchgangsstraßen. Es hatte zwei Fahrgeschwindigkeiten, keinen Rückwärtsgang, die Lenkung war nur rudimentär und eine Haustürklingel wurde als Hupe benutzt. Er fuhr aber trotzdem etwa 32 Stundenkilometer und außer einer Panne auf dem Washington Boulevard war die Fahrt ein Erfolg: Henry Ford beschloss, mehr Autos zu bauen, erfand schon 1911 das Fließband und ebnete sich den Weg zu einer der eindrucksvollsten Erfolgsstorys in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte. Ein originalgetreuer Nachbau des Quadricycle, gefertigt von Lehrlingen von Ford, steht bei der Classic-Gala am Wochenende bei den Alt-Ford-Freunden im Schlossgarten.

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