Schwetzingen

Schlossgarten Führung im sanierten Technikdenkmal

Wasserspiele leben durch Wasserkraft

Archivartikel

Technik vom Feinsten aus der Glanzzeit der kurfürstlichen Sommerresidenz: Die Sanierung des Unteren Wasserwerks, mit dem im 18. Jahrhundert die Brunnen und Fontänen im Schlossgarten betrieben wurden, ist abgeschlossen. Die Anlage ist ein eindrucksvolles Zeugnis für aufstrebende Technik der Zeit – und sie ist fast vollständig erhalten. Zur Entdeckung des Bauwerks bieten die Staatlichen Schlösser und Gärten Sonderführungen an.

Das Wasserwerk hatte die Aufgabe, mit seinen Pumpen die Brunnenanlagen im Schlossgarten zum Laufen zu bringen. Heute werden die Fontänen mit modernen Pumpensystemen betrieben und die mehr als 250 Jahre alte Anlage ist abgeschaltet. Die Technik des Unteren Wasserwerks aus der kurfürstlichen Zeit samt riesigem Wasserrad ist jedoch erhalten. Das hölzerne Schaufelrad mit einem Durchmesser von vier Metern transportierte das gestaute Wasser des Leimbachs in ein erhöhtes Reservoir. Zugleich trieb es hölzerne Zahnräder an und übertrug so die Wasserkraft des Bachs auf andere Getriebe – etwa die große Knochenmühle mit einem Pochwerk. Knochenmehl nutzte man zur Herstellung von Leim und als Dünger.

Die gesamte Anlage verbirgt sich in unauffälligen Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert am nördlichen Rand des Schlossgartens. In Schwetzingen haben sich gleich zwei Pumpwerke dieser Zeit erhalten – sie zählen zu den ältesten noch erhaltenen Wasserversorgungsanlagen der Neuzeit.

Bei den Führungen sollen die Gäste die raffinierte Technik des Unteren Wasserwerks erleben, bei der sogar die alte Maschinerie in Bewegung gesetzt wird. Auch die in Deutschland älteste Knochenmühle ist Teil der Präsentation. zg

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