Schwetzingen

Grüne Dr. Andre Baumann reagiert auf einen Leserbrief zum Thema Schutz des Hardtwaldes / Radtour am 26. September

„Welches sind Zukunftsbaumarten?“

Archivartikel

Die Zukunft des Hardtwaldes ist ein viel diskutiertes Thema und war zuletzt Inhalt eines Leserbriefes in dieser Zeitung. „Wir brauchen naturnahe, artenreiche Wälder – in Baden-Württemberg und auch bei uns in der Kurpfalz“, sagt Dr. Andre Baumann als Reaktion auf die Äußerungen von Werner und Ingrid Jäkel.

Die Förderung naturnaher und klimastabiler Wälder und die Bewahrung der Artenvielfalt seien entscheidend für das menschliche und wirtschaftliche Wohlergehen heute und in der Zukunft, erklärt Baumann in seiner Stellungnahme. „Zu erhalten, was uns erhält, das ist Teil unserer grünen DNA“, sagt Baumann, der für die Grünen im Wahlkreis Schwetzingen für den Landtag kandidiert. In dieser Stellungnahme geht Baumann auf den Wunsch der Leserbriefschreiber nach Bausteinen einer Strategie zum Schutz ein.

„Die Sommer werden immer heißer und immer trockener. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 ist die durchschnittliche Jahrestemperatur in Baden-Württemberg um 1,5 Grad Celsius gestiegen“, erklärt Baumann. „Besonders spürbar ist der Klimawandel bei uns im Oberrheingraben. Deshalb sehen wir, dass der Klimawandel schon heute voll zuschlägt: In vielen Waldbereichen der Schwetzinger Hardt sterben Kiefern und Buchen ab. Stieleichen leiden unter sinkendem Grundwasserspiegel. Dieses große Baumsterben hatte man erst in einigen Dekaden erwartet.“

Düsteres Bild gezeichnet

„Die Prognosen der Modelle der Forstlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Freiburg zeichnen für die Zukunft des Hardtwaldes ein düsteres Bild.“ Gegen Ende des Jahrhunderts werden Stieleichen und Buchen für das Dünengebiet selbst bei optimistischen Klimaprognosen vollkommen ungeeignet sein. Da die Waldkiefern schon heute massiv leiden, könne davon ausgegangen werden, dass diese gegen Ende des Jahrhunderts ebenfalls ausfallen werden. „Das vorrangige Ziel muss der Aufbau eines Waldes überhaupt sein – wenn möglich aus einheimischen Baumarten und möglichst naturnah“, sagt der grüne Kandidat.

„Aber wie sehen Wälder in den Oftersheimer Dünen oder der Schwetzinger Hirschackerwald in 50 oder 80 Jahren aus? Wie müssen wir heute und morgen Wälder pflegen und bewirtschaften, damit sie in einer Heißzeit Bestand haben können? Welches sind Zukunftsbaum-arten?“, fragt Baumann. „Die Entwicklung geeigneter Waldbaukonzepte und die Förderung klimastabiler, naturnaher Wälder ist eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Aufgaben in den nächsten Jahren. Dafür will ich mich als Abgeordneter mit ganzer Kraft einsetzen.“ Die vorgeschlagene Bewässerung von Waldstandorten durch Wasser aus dem Hardtbach mittels einer Renaturierung befürwortet Baumann weiterhin ausdrücklich.

Der Naturschutz habe im Schwetzinger Hardtwald eine große Bedeutung. In der letzten Legislaturperiode wurde darum unter dem grünen Forstminister Alexander Bonde das regionale Waldschutzgebiet und Erholungswald „Schwetzinger Hardt“ ausgewiesen, das nach dem Nationalpark Schwarzwald das größte neu entstandene Waldschutzgebiet des Landes der letzten Jahre sei.

„Die lichten, parkartigen Dünenwälder wie in den Sandhausener und Oftersheimer Dünen, in die mosaikartig Sandmagerrasen eingestreut sind, sind Naturschätze von europäischer Bedeutung“, erklärt Dr. Baumann. Sandheidegebiete und Sandrasen, parkartige Kiefern- und Eichenwälder der Dünen gehörten zum Europäischen Naturerbe Natura 2000. Zu den Maßnahmen des Waldnaturschutzes im Land gehört auch die Ausweisung neuer Bannwälder in Baden-Württemberg, wo Natur Natur sein darf. „Dass die Bannwaldfläche im Land in dieser Legislaturperiode leider nicht wie geplant größer wurde, lag nicht an den Grünen“, sagt Baumann.

Forstdirektor dabei

Am Samstag, 26. September, laden der grüne Kandidat Dr. Andre Baumann und der Grüne Kreisverband Kurpfalz-Hardt zu einer öffentlichen Radtour durch den Schwetzinger Hardtwald ein. An der Radtour nimmt unter anderem Forstdirektor Bernd Schnäble teil, der seit Februar 2020 für ForstBW für den Staatswald im Bezirk Hardtwald federführend verantwortlich ist. Teilnehmer werden gebeten, sich unter Baumann.Andre@gmx.de anzumelden und eine Maske mitzubringen. Der Treffpunkt werde noch bekannt gegeben, so der Grüne.

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