Schwetzingen

Jazztage Start mit Richie Beirach und Gregor Huebner

Weltbekannte Musikergrößen aus New York

Die Zusammenarbeit mit Enjoy Jazz, dem größten Jazzfestival des Landes, hat es ermöglicht: Die Jazzinitiative Schwetzingen präsentiert am morgigen Freitag (Beginn 20 Uhr, Einlass 19 Uhr), eine Woche vor dem eigentlichen Eröffnungskonzert der Jazztage im Rokokotheater, zwei weltbekannte Jazzgrößen aus New York in der originalgetreuen Jazzclub-Atmosphäre der Alten Wollfabrik.

Richie Beirach, der mittlerweile mehr in der Metropolregion Rhein-Neckar als in New York zu Hause ist, wurde vom Schwetzinger Saxofonisten Knut Rössler an Land gezogen. Die beiden musizierten unter anderem gemeinsam bei der hiesigen Aufführung des Films „Born to be blue“ über Chet Baker, mit dem Beirach zu dessen Lebzeiten aufgetreten ist.

Manfred Kern knüpft Kontakt

Gregor Huebner lebt in New York. Dort traf ihn Grünen-Politiker Manfred Kern, Vorstandsmitglied der Jazzinitiative, auf einer Ausschussreise des Landtags. Die Abgeordneten wollten unter anderem wissen, wie es Einwanderern aus Baden-Württemberg in den USA ergeht. Und Huebner, der aus Oberschwaben stammt, ist hierfür ein Erfolgsbeispiel. Spontan lud Kern den Stargeiger nach Schwetzingen ein.

Wenn das mal kein Kompliment aus berufenem Munde ist: Für den Pianisten Richie Beirach nämlich ist Gregor Huebner der Nachfolger des großen Jazzgeigers Zbigniew Seifert. Beirach, Jahrgang 1947, und Huebner, Jahrgang 1967, haben sich an der Manhattan School of Music kennengelernt. Der eine war seinerzeit Lehrer, der andere Schüler. Die Hierarchie aber hat sich aufgelöst. Beirach, der mit Stan Getz, Dave Holland, Chet Baker und immer wieder mit Dave Liebman gearbeitet hat, erkannte das Talent des jungen Violinisten sofort: „Sehr geschmackvoll, von großer Ideendichte und Reife“ fand er sein Spiel.

Verständnis füreinander

So traten sie bald schon gemeinsam auf. Das Verständnis füreinander mag daher rühren, dass beide eine lange klassische Ausbildung genossen haben – Huebner bewegt sich noch heute in diversen Ensembles und als Komponist zwischen traditionellen Formen und Improvisation, hat aber auch keine Berührungsängste mit lateinamerikanischer Musik, Pop und Soul, wie seine Zusammenarbeit mit Smokey Robinson beweist.

Mit dem vielseitigen Beirach nahm Huebner unter anderem drei Alben auf, die sich improvisierend den Werken unterschiedlichster Komponisten widmen, nämlich Bela Bartók, Federico Mompou und Claudio Monteverdi. Berechenbar ist bei einem Konzert von Beirachs Quartett gleichwohl nichts: Jazz beginne nämlich dort, sagte er einmal, „wo der Notentext endet“. zg

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