Schwetzingen

Frauencafé Richterinnen Dr. Annika Blüthner und Dr. Christiane Loos informieren internationale Zuhörerinnen über deutsches Recht

Wenige kennen Leben in Frieden

„Es ist spannend, so viele Nationen in einem Raum zu haben und deren Sichtweisen zum Thema Recht und Ordnung kennenzulernen.“ Referentin Dr. Annika Blüthner, Richterin am Amtsgericht Mannheim, freute sich über ihr Publikum und klärte anschließend die vielen interessierten Frauen am Donnerstagnachmittag im Frauencafé über ihre Rechte in Deutschland auf.

In der Interaktionsveranstaltung ging es nicht nur um die so wichtigen Grundrechte, sondern auch um Themen wie Religions- und Meinungsfreiheit. Dr. Christiane Loos, Richterin am Landgericht Mannheim unterstützte ihre Kollegin und zusammen führten sie mit den Teilnehmerinnen sehr interessante und tiefsinnige Gespräche.

Olga Lishtvan vom Frauencafé war begeistert über den großen Zulauf: „Heute sind zum ersten Mal auch Gäste aus Brühl und Ketsch hier. Ganz besonders freut mich aber das Kommen von Anne Ashour-Leidinger. Sie ist die Leiterin des Frauencafés in Ketsch.“ Insgesamt nahmen mehr als 20 Frauen aus unterschiedlichen Gemeinden an der Veranstaltung teil. Aufgrund der verschiedenen Sprachen und um Verständnisproblemen vorzubeugen, waren verschiedene Übersetzerinnen anwesend. Eine von ihnen ist Fatemeh Shirazi-Heim, die das Gesagte für die Frauen in Persisch (Farsi) wiedergegeben hat.

Ordnung durch Grundrechte

Als Einstieg wollen Loos und Blüthner zunächst wissen, was den Frauen an Deutschland gefällt, worauf immer das Thema Sicherheit und Bildung für die Kinder angesprochen wurde. Dass die Situation so gut ist, „hängt vor allem daran, dass wir in unserem Land regeln haben, die jeder befolgen muss“, erklärte Dr. Christiane Loos. Grundrechte oder ein Leben in Frieden kennen viele nicht. „Als Richterin stehe ich für das Recht und es ist meine Aufgabe, das zu vermitteln“, sagte Dr. Annika Blüthner zu ihrer Intention. Manche Teilnehmerinnen waren erstaunt, was sie doch alles dürfen.

Zudem wurden auch brisante Themen wie die gleichgeschlechtliche Ehe oder häusliche Gewalt angesprochen. Vermutlich ist Letzteres bei vielen Familien auch heutzutage noch ein Problem, gerade bei Frauen aus Ländern wie Syrien. „Niemand darf mich oder meine Kinder schlagen. Nicht meinen Ehemann, nicht meine Kollegin und auch sonst keiner“, leitete Loos in den Themenblock ein. Blüthner erörtert den Grund, dass dies in die Veranstaltung mitaufgenommen wurde so: „In Deutschland gibt es Grundrechte. Wir wollen den Frauen Mut machen diese auch einzufordern, das ist das A und O.“

Zusammen etwas verändern

Sich in einem fremden Land zurechtzufinden, ist nicht leicht. Das Frauencafé gibt aber die nötige Hilfestellung, die die Frauen brauchen. Nach der Veranstaltung wussten sie nun viel besser, wo sie leben, welche Rechte sie haben und wie diese eingefordert werden können. Dr. Annika Blüthner resümierte: „Wir wollen etwas bewegen. Das gelingt vielleicht nicht sofort, aber wenn die Kinder ihre Eltern darüber informieren, dass die anderen bestimmte Dinge nicht mit einem machen dürfen, fangen diese an nachzudenken. Schüler sind durch ihren Alltag und die Lehrer nämlich besser informiert als ihre Eltern.“

So könne das Bewusstsein für Recht und Unrecht in den nächsten Generationen sicher in den Einwanderern verankert werden. In einem waren sich alle einig: Familie und Kinder sind wichtig und stehen an erster Stelle.

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