Schwetzingen

Kirche Ökumenischer Gottesdienst mit Symbolkraft an Pfingsten

„Wenn wir uns zusammentun, werden wir besser hörbar“

Archivartikel

Zu einem wahren Pfingstereignis, bei dem sich die Gläubigen verschiedener Konfessionen versammelten, um Gott anzurufen, zu loben und ihm zu danken, wurde am Pfingstmontag der ökumenische Gottesdienst in der St.-Pankratius-Kirche.

Pfarrer Friedbert Böser von der katholischen Seelsorgeeinheit, Pfarrer Steffen Groß seitens der evangelischen Kirchengemeinde, die Gemeindediakonin Margit Rothe sowie Diakon Steffen Haubner von der Neuapostolischen Kirche zelebrierten das Fest, nach dessen Bedeutung die Jünger Jesu 50 Tage nach seiner Wiederauferstehung den Heiligen Geist empfingen. Mit dem Psalmengesang vom Heiligen Geist verkündete die Gemeinde das Loblied auf den Schöpfer: „Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.“ Frank Meiswinkel begleitete an der Orgel. Steffen Haubner betete an den barmherzigen himmlischen Vater. Die Gemeinschaft der gläubigen Christen denke auch an die Schwestern und Brüder in Lateinamerika. Margit Rothe las aus Kapitel vier des Epheserbriefs. Dort spricht Paulus von der Aufgabe, „demütig, friedfertig und geduldig“ zu sein und „einander in Liebe zu ertragen“.

Grillfest für Bedürftige geplant

Friedbert Böser erinnerte an das Evangelium nach Johannes, als Jesus in die Mitte seiner versammelten Jünger trat. Alle waren da, außer Thomas. Später sprach der zu den anderen Jüngern, was er nicht sehe, könne er nicht glauben. „Was in der Heiligen Schrift steht, soll uns anspornen, unseren Glauben zu bekennen“, rief Böser und sprach mit der Gemeinde das Glaubensbekenntnis, das an manchen Stellen je nach Konfession anders klingen mag: „Das macht aber gar nichts, Gott kann es richtig einordnen.“ Das anschließende Lied „Du Heil’ger Geist, bereite“ stammte aus dem Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche. Steffen Groß predigte über den Geist, „der mal wieder herabkommen und uns durchpusten sollte“. Viele Menschen wüssten nicht, was an Pfingsten gefeiert werde. Manchmal komme es da zu lustigen Antworten. „Letztlich ist es Gott, der unser Leben in seiner Hand hält“, führte Groß aus. Es gelte die Einheit zu bewahren, nicht die Einheit der Organisation, sondern der Orientierung. Einheit sei aber auch „das Gegenteil von Einheitsbrei. Jede Kirche kann ihre Gaben einbringen und ihre Stimme im großen Orchester der Ökumene“. Alle könnten am Leib Christi mit bauen, nicht nur die Amtsträger, brachte der Pfarrer das Frühstück für Bedürftige im Januar als ein Beispiel, das in diesem Sommer noch durch ein Grillfest erweitert werden soll. „Wenn wir uns zusammentun, werden wir besser hörbar. Wir können viel tun, weil der gleiche Geist uns treibt. Aus vielen Mosaiksteinen wird am Ende dann ein leuchtendes Bild“, wandte Groß sich gegen Hass und Fake News. Er sei tief beeindruckt von der „Fridays for Future“-Demo der Schüler in Schwetzingen: „Ich glaube, da sind kleine Propheten unterwegs.“ Man könne sich auch mal streiten, das hätten Petrus und Paulus auch gemacht. Man müsse aber auch immer um die Wahrheit ringen und an ihr festhalten. „Trauen wir dem Geist von Pfingsten, lassen Sie uns die Ökumene zu einem Ort machen, die viele vereint“, appellierte er.

„Gemeinsam auf dem Weg“ hieß das Lied aus dem Gesangbuch der Evangelischen Landeskirche Baden. Die Fürbitten beantwortete die Gemeinde mit dem Kehrvers: „Komm Heiliger Geist, kehr bei uns ein.“ Dem gemeinsamen Vaterunser folgte der Segen durch Pfarrer Friedbert Böser. Die Zuwendung Gottes zu Pfingsten schloss alle Menschen mit ein, die einem am Herzen liegen. vw

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