Schwetzingen

Naturschutz Artenvielfalt digital erfassen

Wer hilft, Insekten zu zählen?

Vorsichtig betritt Cindy Weidner, Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes (Nabu) Schwetzingen und Umgebung, die Wiese, die sich entlang des Fahrradweges erstreckt, der am Gelände des Sportartikelherstellers Decathlon vorbeiführt. Kronwicken und Tüpfel-Johanniskraut leuchten hier in gelben Farben, dazwischen machen sich hohe Gräser breit, denn gemäht wird derzeit nicht. „Da haben wir ja direkt eine Steinhummel“, ruft sie und hat das erste Insekt gefunden, das sie mit einer App des Nabus erfasst.

„Insektensommer“ lautet der Name der bundesweiten Meldeaktion, zu der der Nabu noch bis zum morgigen Sonntag einlädt, mitzumachen. Die zweite Phase des Projektes läuft dann vom 3. bis 12. August. „Es geht darum, Insekten zu erkennen und zu zählen“, erklärt Weidner. Denn diese sind für das Gleichgewicht der Ökosysteme unentbehrlich. Doch in den vergangenen Jahren gehen ihre Bestände dramatisch zurück, teilt der Nabu mit. Die Meldeaktion, übrigens die erste Zählung dieser Art, soll nun helfen, deutschlandweit Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln.

Eine Stunde wachsam sein

„Wer mitmachen will, nimmt sich eine Stunde Zeit, etwa im eigenen Garten, und zählt die Insekten im Umkreis von zehn Metern“, erklärt Weidner und weist auf ein Widderchen aus der Familie der Schmetterlinge hin, das gerade über die Blumenwiese fliegt. Das Ergebnis der eigenen Zählung wird mit der kostenlosen Nabu-App „Insektenwelt“ erfasst, die es für iOS und Android gibt. Eine Besonderheit ist die fotografische Erkennungsfunktion, die eine einfache Bestimmung des Insektes ermöglicht, teilt der Nabu mit, vorausgesetzt es handelt sich um eine der 122 in der App enthaltenen häufigen Arten. „Das ist für Kinder eine ebenso spannende Aktion, auf Entdeckungstour zu gehen“, animiert Weidner zum Mitmachen und dafür, einen Beitrag für Bienen, Hummeln, Käfer, Schmetterlinge und Co. im eigenen Garten zu leisten. „Diese benötigen Blühinseln, gern auch Klee – von Gras allein wird kein Insekt satt“, meint die 43-Jährige. Daher sei auch öffentliches Straßen- sowie Ackerbegleitgrün so wichtig, um Insekten einen größeren Lebensraum zu verschaffen. cat

Info: www.nabu.de, Stichwort „Insektenwelt“

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