Schwetzingen

Kleine Planken GRN-Arzt Dr. Christian Bopp, DRK und Ärztenetz animieren Bürger zur Herzdruckmassage / Mutmacher für Erste Hilfe

Wichtig: Keine Scheu haben

Archivartikel

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, zu jeder Zeit. Kann nicht innerhalb von fünf Minuten eine Herzdruckmassage durchgeführt werden, ist ein Überleben unwahrscheinlich. Anlässlich der diesjährigen „Woche der Wiederbelebung“ veranstaltete die GRN-Klinik, unterstützt vom Ärztenetz und dem DRK-Ortsverband, am Samstag eine Aktion unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“. Unter der Woche waren schon rund 300 Achtklässler des Privatgymnasiums, der Carl-Theodor- sowie Ehrhart-Schott-Schule und der Karl-Friedrich-Schimper-Gemeinschaftsschule in Theorie und Praxis der Wiederbelebung eingeführt worden.

Gerade bei einem Herzstillstand ist es unerlässlich, schnell zu handeln. Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöhen, vermittelten das Team der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin der GRN-Klinik unter der Leitung von Chefarzt Dr. Christian Bopp und dem angehenden Arzt Gerd Bogus sowie die Ersthelfer Michael Fischer, Bianca Davidson, Anja Drake und Justin Gasteiger vom DRK-Ortsverband den Passanten auf den Kleinen Planken. „Wiederbelebung ist einfach, gewusst wie, kann man nichts falsch machen“, so die Botschaft von Dr. Christian Bopp. „Prüfen. Rufen. Drücken!“ – das seien die drei leicht zu merkenden Schritte bei einem Herzstillstand: Reaktion und Atmung checken, über den Notruf 112 den Rettungsdienst wählen und die Herzdruckmassage sofort beginnen, dabei fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

Die regelmäßig stattfindende Aktionswoche solle dazu beitragen, die Wiederbelebungsquote in Deutschland zu erhöhen, so der Facharzt. In den vergangenen Jahren seien die Fälle, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, zwar von 22 auf 46 Prozent angestiegen, dennoch sei die Helferquote in Deutschland im internationalen Vergleich, vor allem zu den skandinavischen Ländern, noch zu gering. Man wolle das Selbstvertrauen der Bürger in ihre eigenen Fähigkeiten als Ersthelfer stärken, viele Menschen seien im Ernstfall überfordert, weil sie zuerst an Mund-zu-Mund-Beatmung denken würden. Dass eine Herzdruckmassage ausreicht, wüssten viele gar nicht, so der Mediziner. Claudia Karrer probierte die Herzdruckmassage am Samstag aus. Die Schwetzingerin ließ sich die Reanimation erklären und drückte dann kräftig zu: „Es ist gar nicht schwer. Wichtig ist es, keine Scheu zu haben und schnell zu handeln. Das wurde mir gut erklärt“, sagte sie anschließend.

Defibrillatoren im Stadtgebiet

Informationen gab es auch zu den sogenannten Laien-Defibrillatoren, welche die Stadt in den vergangenen Jahren angeschafft hat und die Ersthelfer bei der Reanimation unterstützen sollen. Standorte der Defibrillatoren sind unter anderem Lutherhaus, Palais Hirsch, Stadtbibliothek, Nordstadthalle, Hebel-Gymnasium und Bürgerbüro.

Die Aktion auf den Kleinen Planken hat auf jeden Fall zum Handeln im Notfall motiviert. Der plötzliche Herztod bleibt eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jedes Jahr erleiden mindestens 50 000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses, sagt die Statistik. Deshalb brauche man dringend mehr Ersthelfer, so die Stiftung Deutsche Anästhesiologie anlässlich ihrer Aktionswoche.

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