Schwetzingen

Kinderbibeltag Geschichte von Jesus und Jakobus, dem Lahmen, steht im Mittelpunkt / 35 Mädchen und Jungen lernen, mit Handicaps umzugehen und zu helfen

Wie es ist, hilflos zu sein

Archivartikel

„Es geht heute nach Kapernaum“, erklärte Gemeindereferentin Margit Rothe den 35 Mädchen und Jungen beim Kinderbibeltag im Melancht-honhaus.

Kapernaum? Ach ja, das ist der Fischerort am See Genezareth, dort, wo Jesus unter anderem den Lahmen heilte. Diese Geschichte steht im Fokus der sieben Stunden voller Musik, Gesang, Spiel und Spaß in und um das Haus. Zwischen sechs und elf Jahre sind die teilnehmenden Kinder alt, erfahren haben sie vom Bibeltag unter anderem durch Einladungen, die von Klasse eins bis sechs an den Schulen verteilt wurden, sowie dieser Zeitung. Im großen Kreis, den 18 Teamer der evangelischen Jugendarbeit, darunter einige Konfirmanden, mitbetreuten, stimmte Rothe das Lied an, das den Kindern vermittelt: „Ihr seid alle Volltreffer Gottes.“ Darin geht es um gesunde Arme, Beine, Augen, Ohren und auch darum, dass es Menschen gibt, bei denen Krankheiten und mehr die Funktionen von Körper und Geist beeinträchtigen.

Pläne für die Zukunft

Damit die Kinder die Geschichte mit allen Sinnen wahrnehmen konnten, spielten einige Teamer Szenen vor. Etwa als Judith nach Kapernaum kommt, weil sie gehört hatte, dass Jesus da sein würde und sie ihren Freund Jakob besuchen wollte, den sie lange nicht gesehen hatte. Sie fragt sich durch nach Jakob und erfährt, dass der einen Dachschaden hat, gelähmt ist. „Wenn man etwas nicht mehr kann“, ist die Botschaft aus dem kleinen Theaterspiel, das alle Kinder am eigenen Leib erfahren können. Spielerisch finden sich Dreiergruppen, zwei Mitspieler werden an den Füßen zusammengebunden, sodass sie nur noch zusammen gehen können. Dazu werden die Augen verbunden – das macht echt hilflos. Der Dritte im Bunde fungiert als Augen und gibt vor, wohin die beiden laufen sollen, denn ein Slalomparcours ist zu überwinden. Gar nicht so einfach, sind sich die Kinder einig. Und, dass man in Notfallsituationen gute Freunde braucht, die einem helfen, das stellten sie fest.

Während die Kinder die Inhalte der Geschichte um Jesus und Jakobus, dem Lahmen, erarbeiten, schnippeln und rühren Franzi, Alex und Janine in der Küche. Die drei Teamer sind fürs Essen verantwortlich: „Es gibt Spaghetti und Tomatensoße, zum Nachtisch Joghurt.“ Getränke und Kekse stehen zudem bereit. Nach dem Mittagessen ging es in den Garten, die Sonne lachte und bot die beste Voraussetzung für viele Spiele. Drinnen wurde umgebaut, die Tische zum Basteln hergerichtet. „Wir bauen eine kleine Trage und eine Figur, die man darauf legten kann“, schilderte die Gemeindereferentin, wie es mit dem Programm weitergehen sollte.

Kinderbibeltage soll es künftig häufiger geben: „Vielleicht auch mal eine Kinderbibelwoche“, schaute Rothe in die Zukunft. Bislang gab es jährlich einen Kinderbibeltag. Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer noch das Büchlein mit der Geschichte, die Zuhause mit den Bastelobjekten nachgespielt werden kann.

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