Schwetzingen

Schimper-Schule Pianist Julien Quentin spielt bekannte Stücke / Fragerunde mit den Kindern der Klassen 5a und 7c

„Wie ist das Leben als Musiker?“

Archivartikel

„Wie ist das Leben als Musiker?“, fragte der elfjährige Kerem aus der Klasse 5a der Schimper-Gemeinschaftsschule vergangenen Freitag. Pianist Julien Quentin, der anlässlich von „Rhapsody in School“ und in Kooperation mit den Schwetzinger SWR Festspielen die Schule besuchte, beantwortete die Frage nur zu gern: „Man ist viel auf Reisen und immer auf Tour in verschiedenen Städten und Ländern. Es ist eine Mischung aus alleine und mit anderen zusammen sein.“

„Rhapsody in School“ ist ein Projekt, bei dem Künstler mit Schülern ins Gespräch kommen und den jungen Leuten Musik vorspielen. Durch diese direkte Begegnung soll die Gelegenheit geschaffen werden, den Menschen hinter der öffentlichen Person kennenzulernen und von der Leidenschaft für die Musik und dem inneren Motor zu erfahren. Eine Initiative, die nicht nur Quentin, sondern auch die Anwesenden Jaspar Glaschke und Azita Mortazawi-Izadi von den Festspielen sowie Künstlerbetreuerin Alicia Kern und Lehrerin Johanna Krämer gerne unterstützen.

Konzertreisen um die Welt

Quentin spielte bereits mit dem Klarinettisten Andreas Ottensamer zwei Konzerte in Schwetzingen, davon eines am Donnerstag im Mozartsaal des Schlosses und eines am Freitag in der Wollfabrik. „Ich liebe es, für andere Musik zu spielen“, verriet der gebürtige Franzose im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich gehe viel auf Konzertreisen um die ganze Welt. Entweder bin ich dabei als Solist oder gemeinsam mit anderen Musikern, wie zum Beispiel David Garrett, unterwegs.“

Gespannt lauschten die Kinder und Jugendlichen der Klassen 5a und 7c, wie die Finger des Pianisten über die Tasten des Flügels schwebten. Mal spielte er klassische Stücke von Johann Sebastian Bach oder dem russischen Komponisten Rachmaninow, mal begeisterte er die Jungen und Mädchen mit Jazz-Melodien oder eigenen Improvisationen. „Ich nehme einige Takte aus einem Stück und mache daraus etwas völlig Neues“, erklärte er sein Vorgehen beim Improvisieren. Seine Interpretationen der bekannten Suite „Der Karneval der Tiere“ des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns kamen bei den Schülern ebenfalls gut an: Gekonnt spielte er die Melodie der langsamen „Schildkröten“, mimte die Rufe des „Kuckuck“ und erweckte am Flügel mit dem „Aquarium“ schillernde Unterwasserwelten zum Leben.

Geduldig erklärte er den Schülern, was das Leben als Musiker so alles mit sich bringt und wie ein Klavier eigentlich funktioniert. „Der Flügel ist wie ein ganzes Orchester – man kann so viel damit machen“, meinte er. So könne man an den Saiten zupfen, den Klang mit verschiedenen Gegenständen unterschiedlich dämpfen und auch Rhythmen klopfen. Dabei schaffte er es, einen Teil seiner Leidenschaft und den Spaß an der Musik an die Kinder weiterzugeben.

Schüler sind begeistert

Anschließend durften die Jungen und Mädchen dem Musiker Fragen stellen. Von „Was ist Ihr Lieblingslied?“ (das C-Dur-Präludium von Bach) über „In wie vielen Ländern waren Sie schon?“ (in 30 bis 40 Ländern) bis hin zu „Wo war Ihr schönster Auftritt?“ (in der Berliner Philharmonie) war alles dabei. Quentin verriet auch, dass er mit fünf Jahren mit dem Klavierspielen angefangen hat und seitdem Pianist werden wollte.

„Ich fand es sehr spannend und schön, dass Julien Quentin alle unsere Fragen beantwortet hat“, erzählte die zwölfjährige Sevilay aus der Klasse 5a. Auch ihr elfjähriger Klassenkamerad Phil fand den Vormittag super. „Wir haben vorher im Unterricht über den Pianisten gesprochen – er kann wirklich toll spielen. Besonders schön fand ich die klassischen Stücke, die er gespielt hat. Einige kamen mir dabei sogar bekannt vor“, freute er sich.

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