Schwetzingen

Winterreifen als Lebenshilfe

Gert Häusler macht sich Gedanken über Themen für alle Gelegenheiten

Kennen Sie Konrad Beikircher? Er ist zwar gebürtiger Südtiroler, lebt aber schon so lange in den köln-rheinischen Gefilden, dass er als wahrer Sprachartist den Singsang der Region und auch die spezielle Grundhaltung der Kölner verinnerlicht hat.

Als Autor hat er in seinem Buch das „Rheinische Grundgesetz“ mit den zentralen Botschaften „et kütt wie et kütt“ und „et hätt noch emmer jot jegange“ (es kommt wie es kommt und ist auch immer gutgegangen) veröffentlicht und die kölsche Lebensart in zahlreichen Auftritten deutschlandweit verbreitet.

Pfiffige Lebenshilfe ist wie in vielen Dialekten gleich mit drin. Mit der Einleitung „Wo Sie grad sagen . . .“, dem „rheinischen Enterhaken“, gelingt es laut Beikircher dem Rheinländer in weniger als einer Minute, an jedem erdenklichen Gespräch teilzunehmen. Steht eine Runde zusammen, die sich beispielsweise über Opern unterhält, dreht er das Thema problemlos mit „Wo Sie grad sagen – Winterreifen“ in eine völlig neue Richtung.

Gleich hat jeder etwas beizusteuern: Von der Grundsatzfrage ob Ganzjahres- oder Sommer- und Winterreifen, wann wechseln und wo lagern, Auto abmelden und den Winter lieber im Süden verbringen, bis zu Klimakatastrophen, schlechten Straßen und dem Zustand der Automobilindustrie geht es munter hin und her. Wenn Sie also demnächst zu einer etwas langweiligeren Runde dazustoßen sollten, denken Sie einfach an „Winterreifen“. Bei aller Lockerheit sollten wir aber doch eine der Eselsbrücken beachten, die ganz ernsthaft sagt, den Reifenwechsel in O (Oktober) und O (Ostern). Deshalb nicht nur drüber reden, sondern den Werkstätten mit ihren Terminvorschlägen folgen und auch tatsächlich wechseln. Der nächste Winter kommt – bestimmt!

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