Schwetzingen

Ausländerhass Alle sollen in Frieden und Freiheit leben dürfen

Wir Deutschen überschätzen uns

Der Artikel vom Sonntag in der BAZ „Eine Erfolgsgeschichte“ und drei Leserbriefe in der Schwetzinger Zeitung veranlassen mich zu diesem Leserbrief. Anika Ohm, die in einer Vorbereitungsklasse 14 ausländische Jugendliche für eine weiterführende Schule erfolgreich unterrichtet hat, ist super! Auch die zwei Leserbriefe von Claudia Lohmann und Helmut Mehrer vom 21. Juli unter dem Titel „Warum schüren Sie die Angst?“ gefallen mir gut. Wie erbärmlich dagegen ist die am gleichen Tag erschienene Zuschrift von Gaby Gehring! „Man muß in Sorge sein . . .“ Und ob man da in Sorge sein muss, wenn man immer wieder solchen haßerfüllten Menschen gegenübersteht.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Akribie die Schreiberin einzelne Straftaten und dazu die entsprechenden Straftäter aufgelistet hat! Man höre fünfmal Ausländer!

Erst wollte ich eine Liste von Verbrechen aufstellen, die in den letzten Wochen und Monaten (bis zum heutigen Tag) von Deutschen begangen wurden. Ich hätte garantiert dreimal so viele anführen können! Da hätte ich mich ja aber auf die gleiche Ebene begeben. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Verfasserin sehr genau Nachrichten dieser Art verfolgt.

Vielleicht hat sie aber auch diesen Artikel von Julius Müller-Meinigen vom 2. Juli gelesen: „Die Angst vor den Anderen!“ Wenn nicht, rate ich ihr, diesen genau zu verinnerlichen. Es ist dem nämlich nichts hinzuzufügen!

Jeder Mensch auf diesem Erdball hat das Recht in Frieden und Freiheit zu leben. Nicht nur wir, für uns ist das schon 70 Jahre selbstverständlich! Wieso glauben wir Westeuropäer denn, speziell wir Deutsche in unserer maßlosen Selbstüberschätzung, allein das Privileg dafür zu haben. Die Worte Wirtschaftsflüchtlinge und Schwarzafrikaner kann ich nicht mehr hören. Was soll das heißen? Sollen die bleiben, wo sie sind und mit ihren Familien erbärmlich verhungern? Bevor sich wieder jemand bemüßigt sieht, mir klar zu machen, dass es in Deutschland Armut, speziell Kinderarmut in hohem Maße, gibt. Ich weiß das so gut, wie jeder von uns!

Und immer wieder glaubt ein besonders Schlauer das „Ei des Columbus“ entdeckt zu haben. „Heureka, ich hab’s, vor Ort muss geholfen werden!“ Was mittlerweile schon Grundschulkinder wissen! Dann könnten die Flüchtlinge in ihrer Heimat bleiben, mit Kind und Kegel in „Saus und Braus“ leben! Ohne Angst vor Krieg (wenn auch mal ein paar Bomben fallen, es ein paar Tote gibt). Die sind es gewohnt!

Traurige Tatsache: Es funktioniert nicht! Die vielfältigen Gründe dafür sind hinlänglich bekannt.

Wie bereits schon einmal in einem Leserbrief von mir erwähnt: Es ist nicht mein Verdienst, dass ich in Deutschland geboren wurde!

Gisela Wörn, Schwetzingen

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