Schwetzingen

Herzerkrankungen Selbsthilfegruppe trifft sich rund achtmal im Jahr / Teilnehmer hören sich verschiedene Vorträge an

„Wir erfahren immer wieder Neues“

Allein im Jahr 2017 wurden nach Angaben der medizinischen Fachgesellschaften mehr als 1,71 Millionen Menschen in Deutschland aufgrund von Herzerkrankungen in ein Krankenhaus eingewiesen. Die Herzschwäche entwickelt sich meist schleichend mit Symptomen wie Atemnot, Leistungsabnahme und geschwollene Beine. Ein großes Problem: Viele Betroffene nehmen solche Symptome oft als altersbedingt hin, schreibt die Deutsche Herzstiftung. Experten schätzen die Zahl der Patienten mit Herzschwäche auf bis zu vier Millionen in Deutschland. Und genau auf diese Menschen soll der „Herz-Monat“ November mit seinen „Herz-Wochen“ aufmerksam machen.

Auch in Schwetzingen gibt es viele Betroffene. Damit diese nicht alleine mit ihrer Krankheit umgehen müssen, gründete Professor Dr. Bernd Waldecker vor 17 Jahren die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Koronarer Herzerkrankung (KHK). Mit dabei war damals auch Sigrid Jäger, die nun seit zwölf Jahren die Gruppe leitet. Sieben- bis achtmal pro Jahr treffen sich die Teilnehmer, um Vorträge rund um die Themen Herzerkrankung, Medikamente und Nebenwirkungen zu hören.

„Da geht es dann zum Beispiel um Rythmusstörungen, Bluthochdruck oder Herzschrittmacher“, erklärt Sigrid Jäger. Die Vorträge dauern jeweils rund eine Stunde und werden entweder von Dr. Bernd Waldecker persönlich oder einem Referenten von außerhalb gehalten. Im Anschluss haben die Anwesenden dann die Möglichkeit, Fragen zu stellen – persönliche und allgemeine. In der „Herz-Woche“ im November wird ebenfalls ein Vortrag gehalten. Doch statt der normalerweise bei einem Gruppentreffen anwesenden 18 bis 20 Personen, kommen dann bis zu 100 Interessierte in die Cafeteria der GRN-Klinik, um sich über Herzerkankungen zu informieren. Dann ist außerdem die deutsche Herzstiftung mit einem Informationsstand vertreten.

„Um bei unserer Selbsthilfegruppe dabei zu sein, muss man allerdings nirgendwo Mitglied werden“, betont Sigrid Jäger. Die Corona-Pandemie bremst die Selbsthilfegruppe, die hauptsächlich aus Senioren besteht, aus. Alle Teilnehmer gehören zur Risikogruppe, die Treffen müssen daher vorerst ausgesetzt werden und auch die traditionelle Weihnachtsfeier im Dezember findet dieses Jahr nicht statt.

Ein Vortrag hatte im September stattfinden können – mit 30 Zuhöreren und Masken. Jetzt liegt wieder alles auf Eis. Dennoch stehe die Leiterin in Kontakt mit Dr. Bernd Waldecker und sei auch für die Teilnehmer immer erreichbar.

Vorschläge von den Betroffenen

„Hoffentlich können wir uns bald wieder treffen, denn bei unseren Treffen erfahren wir immer wieder Neues“, meint die Leiterin. Die Themenvorschläge und -wünsche für die Vorträge kommen von den Betroffenen selbst. Im Dezember setzt sich die Gruppe normalerweise zusammen und bespricht das Programm für das kommende Jahr. „Dann drucken wir Flyer, die zum Beispiel vor dem Büro von Professor Dr. Bernd Waldecker ausliegen“, meint Sigrid Jäger. Denn neue Teilnehmer seien immer willkommen.

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