Schwetzingen

Neuer Chorleiter Niko Connor will die "Alive Vocals" vielseitiger machen und achtet sehr auf die einzelnen Stimmen

"Wir üben das Repertoire - bis alles passt"

Niko Connor hat "das Händchen" - natürlich hat er zwei Hände - aber das sprichwörtliche, das es braucht, um aus unterschiedlichen Menschen, deren Stimmen anleitend, ein Ganzes zu machen. Seit Mai dieses Jahres ist der junge Mann Chorleiter bei den "Alive Vocals", einem gemischten Chor in Schwetzingen.

Wie es dazu kam haben wir ihn gefragt, bevor der Chor in seine Übungspause ging: "Naja, ich habe mich beworben, die ,Alive Vocals' suchten ja einen neuen Chorleiter", sagt der 27 Jahre junge Student. "Niko Connor hat sich vorgestellt, wir haben zusammen gesungen, seine sehr lockere Art gefiel uns gut", wirft Andrea Wilhelm, die Vorsitzende des Chors ein, die am Ende einer Singstunde, als unser Interview stattfindet, dabei ist.

Dynamisch zeigt sich Connor dabei und gleichzeitig versunken konzentriert, er ist in den 90 Minuten Chorprobe eben gänzlich bei der Sache. Er hört Nuancen heraus, spürt, wo das Nachjustieren notwendig ist, lässt charmant auffordernd immer wieder Passagen wiederholen, strahlt zufrieden, wenn sich nach der Mühe ein vollendetes Klangbild ausbreitet. Wenn alles klappt, gibt es ein großes Lob für alle. "Es ist gerade bei einem so kleinen Chor wichtig, dass alles passt", erläutert er, dass sich das nicht nur auf die "Chemie" untereinander, sondern auch auf die Gesamtheit der Stimmen bezieht. Es ist eben ein stimmiges Bild nötig - optisch und verbunden mit dem, was zu hören ist.

Wenige Stimmen in Einklang zu bringen ist doch sicher einfacher, als 60 oder gar 80 Sänger einzutakten? Connor grinst: "Ganz im Gegenteil, bei sehr vielen Stimmen fällt ein Misston nicht so auf, sind es nur einige Vokalisten, hört man jeden Fehlton sofort." Einleuchtend.

Niko Connor will Lehrer werden

Aber was hat Connor mit den "Alive Vocals" vor? Kurzes Nachdenken. "Die Stimmen weiter aufbauen, Jazz vielleicht, viel a-cappella-Gesang", zählt der Mannheimer, der immer mit Bus und Bahn fährt, auf. Sein Studium ist übrigens das der Schulmusik, Lehramt für Gymnasien. Zurzeit ist er in der Wartephase fürs Referendariat, "aber, ob ich das wirklich ab 2018 mache, weiß ich noch nicht." Gitarre im Hauptfach gehört zum Studium, jedoch hat er auch eine große Affinität zu vielen Instrumenten. Niko Connor sagt von sich selbst, dass ihm das Singen immer gut gefallen hat. Dabei setzt er auf sehr korrekte Aussprache, Betonung und Spaß beim Singen und Dazulernen.

Deshalb gibt es immer ein Aufwärmen mit Atem- und Artikulationsübungen in getrennten Stimmen oder für alle zusammen. Bei der Hitze der vergangenen Wochen sowieso, üblicherweise werden die Kehlen benetzt. Dann folgt das "Eingemachte", die Stücke, die dem Chorleiter zeigen sollen, wie der Ausbildungsstand ist, ihm Grundlage sind für die weitere Liedauswahl. Dass er zuerst aus dem bestehenden Repertoire schöpfe, aber sehr gerne dieses mit modernen Sachen aufstocken werde, betont er.

Ein paar Stimmen mehr würde sich Connor für "seinen" Chor wünschen und er will dafür aktiv Werbung betreiben: "Vielleicht mal ein Spontansingen mitten in Schwetzingen oder so", könnte er sich vorstellen. "Aber jeder kann bei uns immer mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr im Bassermann-Vereinshaus reinschauen, zuhören, mitsingen, sich informieren", nimmt er die Scheu: "Und es wird keiner vorne hingestellt und muss vorsingen", dabei lacht Niko Connor sympathisch. Singen ist ja auch als entspannend, die Konzentration fördernd und gut für die körperliche und geistige Fitness bekannt.

Frisbee - aber richtig sportlich

Fitness ist für den Mannheimer ein Stichwort: Niko Connor spielt Frisbee, wirft sich demnach mit anderen Spielern eine meist knallbunte Plastikscheibe zu. Aber, wie hätte es auch anders sein können, nicht nur "so ein wenig die Neckarwiese rauf und runter", sondern die Variante "Ultimate Frisbee" mit Elementen aus American Football, Basketball, Handball und Volleyball. "Das ist so vielfältig, wie Musik und Gesang", resümiert Connor elegant mit einer Brücke zum Chorleiter: "Die ,Alive Vocals' sind mein erster Chor. Es macht Spaß, wenn Leute auf einen hören", das ist ein eindeutig zweideutiger Ausspruch, den Connor mit einem breiten Lächeln begleitet.

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