Schwetzingen

Abschied Letzte Ruhe für Otto Mindhoff / Pläne für Fortbestand von Museum und Werkstätten

Xylon-Erhalt als ehrendes Gedenken

Es war ein schöner, würdiger Abschied von Otto Mindhoff – mit Tiefe und dennoch einer gewissen wohltuenden Leichtigkeit. Schwermut hatte keinen Platz, so, wie er es sich gewünscht hätte. In der gut gefüllten Friedhofskapelle hörten am Mittwoch Familie, Freunde und Wegbegleiter den wohl gewählten, trefflichen Worten des evangelischen Pfarrers Steffen Groß zu. Eingebettet wurde die Feier in Klavierstücke und Sängerin Martina Netzer würdigte den am vergangenen Mittwoch im Alter von 87 Jahren verstorbenen Künstler sowie Gründer des Xylon-Museums + Werkstätten in Schwetzingen mit dem Lied „Rosen im Dezember“ (Hannes Wader).

Groß kam immer wieder auf die charakteristischen Köpfe („Technoide“, „Humanoide“) Otto Mindhoffs zurück, die sein Schaffen durchzogen. „Sein zentrales Thema conditio humana (lateinisch für die Natur des Menschen, die Umstände des Menschseins) teilte er mit der Bibel“, so Groß. Dabei blickte Mindhoff messerscharf auf den Menschen, zeigte ihn zwischen Präzision und Zerbrechlichkeit. Von der ehemaligen Invalidenkaserne, den Kreativ- und Wohnort, strahlten Künstler und Kunst aus. Mehr noch: Die „Kraft der Kunst“ wird durch Mindhoffs unermüdliche Wegbegleiterin in Kursen etwa für die Comeniusschüler weitergegeben. Der Erhalt des Xylon-Museums + Werkstätten wäre daher ein ehrendes Gedenken, „hier hätten wir alle etwas davon“, betonte Groß, bevor er persönliche Begegnungen mit dem Verstorbenen schilderte.

„Er wird für immer bleiben“

Oberbürgermeister Dr. René Pöltl hob Otto Mindhoff als bedeutenden Künstler hervor, der das Kulturleben in der Stadt maßgebend mitgeprägt und entwickelt hatte. Er sei ein ganz eigener, sehr beharrlicher Kopf gewesen, ein Mensch, der sein Leben zu nehmen wusste: „Otto Mindhoff wird der Stadt verbunden bleiben – er wird für immer bleiben“, erinnerte er unter anderem an dessen Werke im öffentlichen Raum sowie die Dauerausstellung im Rathaus.

Geht es nach Wolfgang Naumer, dem Nachfolger von Otto Mindhoff im Xylon-Verein, dann wird dessen künstlerisches Erbe an Ort und Stelle – dem Xylon in der Invalidenkaserne – fortbestehen. Mindhoff habe stets erlesene Ausstellungen in diese Räume geholt. Kunst müsse durch Qualität überzeugen, war dabei stets sein Credo. Und so soll es auch künftig bleiben.

Für diesen Gedanken gab es anschließend bei Kaffee und Kuchen im Xylon-Museum viel Zuspruch gegenüber „Ju“ Mindhoff und Sohn Magnus. In lockerer Atmosphäre wurden Anekdoten ausgetauscht, in Kunstkatalogen geblättert und Pläne geschmiedet. Unter anderem verriet „Ju“ Mindhoff, dass Andrea Tewes (Jugendkunstschule Brühl) ihre Nachfolgerin für die Kunstkurse in den Werkstätten werden wird. Im Frühjahr soll ein Katalog mit dem neuen Kursprogramm vorgestellt werden.

Auch wenn der Mensch gegangen ist, Otto Mindhoffs Erbe soll kunstvoll weiterblühen. Das würde ihm bestimmt sehr gefallen. kaba

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