Schwetzingen

Hirschacker Tierische Landschaftspfleger sind zum dritten Mal im Einsatz für den Naturschutz / Sie sorgen so dafür, dass biologische Vielfalt langfristig gesichert wird

Ziegen und Schafe futtern im Wald

Die Ziegen waren als Erste schon zurück im Hirschacker, dann kamen auch die Schafe dazu. Jetzt sind zum dritten Mal gut 40 tierische Landschaftspfleger auf der rund sechs Hektar großen eingezäunten Fläche im Einsatz und tragen dazu bei, dass Brombeere, Robinie und Co. wertvolle und geschützte Lebensräume mit ihrer charakteristischen Pflanzenvielfalt nicht überwuchern. Die Tiere werden wieder ihrer Aufgabe im Rahmen des Naturschutzprojekts „Lebensader Oberrhein“ nachgehen, frische Blätter fressen und Borke abnagen, heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu Baden-Württemberg.

„Man merkt, dass einige Tiere die Waldweide aus dem Vorjahr bereits kennen und gezielt etwa die Robinien ansteuern. Für die Herde ist das hier jetzt ein richtiges Schlaraffenland, weil sich die Vegetation in der letzten Wärmephase so schnell entwickelt hat und in die Höhe geschossen ist“, berichtet „Lebensader Oberrhein“-Projektleiterin Dr. Kat-rin Fritzsch. Die Ziegen und Schafe halten mit ihrem Appetit die aufkommenden Gehölze in Schach und sorgen so dafür, dass lichte Wälder licht bleiben – ein wichtiger Baustein, um die biologische Vielfalt langfristig zu sichern.

„Wer mag und etwas Glück hat, kann den fleißigen Fressern bei der Arbeit zusehen“, rät Fritzsch und appelliert zugleich an die Besucherinnen und Besucher: „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf das Tierwohl und vermeiden Sie es, die Herde durch freilaufende Hunde zu beunruhigen. Es ist außerdem wichtig, die Tiere nicht zu füttern. Sonst ist die Gefahr groß, dass sie ernsthaft krank werden.“

Um lichte Wälder – seltene und EU-weit geschützte Lebensräume – mit ihrer besonders angepassten Tier- und Pflanzenvielfalt und zu bewahren, wurden im Rahmen des im Herbst 2013 gestarteten und durch das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ geförderten Projekts „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ im Hirschacker unter anderem Kiefernbestände aufgelichtet.

Triebe sind abgestorben

Nach der zweiten Beweidungsphase im vergangen Herbst konnte man bereits deutliche Effekte erkennen, angefressene Triebe sind abgestorben. „Wir sind guter Dinge, dass insbesondere die Robinien ganz absterben, wenn wir jetzt konsequent dranbleiben“, so Fritzsch.

„Lebensader Oberrhein“

Das Projekt „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ wurde im Oktober 2013 gestartet und läuft bis September 2019. Drei Bundesländer (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen) haben Anteil am Projektgebiet im Biodiversitäts-„Hotspot“ am nördlichen Oberrhein.

Zur Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen haben sich die Nabu-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Das Projektvolumen beträgt insgesamt rund fünf Millionen Euro.

Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Die Ausgaben werden zu 75 Prozent vom BMU über das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ und zu 15 Prozent von den Umweltministerien in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg getragen. Zehn Prozent der Mittel übernimmt der Nabu selbst. zg

Info: Ein Video über das Projekt „Lebensader Oberrhein“ gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional