Schwetzingen

Zukunftswerte

Archivartikel

Gert Häusler sieht bei jungen Menschen auch Hoffnungszeichen

Wir leben fraglos in einer komplizierten Welt und nach den vielen dramatischen Beiträgen – Kritik zu üben ist ja immer etwas leichter – in Presse, TV, Leserbriefen und Internetforen könnte man meinen, wir seien eigentlich am Ende.

Dennoch kommt die Zukunft andauernd und unaufhaltsam auf uns zu – Teil dieser Zukunft ist die Jugend. Sicherlich nicht die ganze, dies war, siehe Sokrates, in der Menschheitsgeschichte noch nie der Fall, aber doch sehr viele. Zwar bestimmen die Bilder von Gewalttaten, sinnloser Zerstörung fremdem Eigentums, nicht nur mit jugendlicher Beteiligung, wie kürzlich die Alla-Hopp-Anlage oder die künstlerisch gestalteten Bänke in der Stadt, stärker die Diskussion als gute Beispiele. Zumal andere erschreckende Vorfälle in jüngerer Zeit häufig zu pauschal vernichtenden Urteilen führen. Die Verpflichtung unserer Gesellschaft, solchen Entwicklungen konsequent und gegebenenfalls mit Härte entgegenzutreten, ist die eine Seite.

Genauso wichtig für unsere Zukunft ist jedoch, den vielfältigen positiven Entwicklungen Aufmerksamkeit und Unterstützung zu geben. Die Beispiele sind mannigfaltig und kommen aus allen Bereichen: Junge Musiker, wie jüngst das beim Benefizkonzert im Rokokotheater begeisternde Jugendsinfonieorchester, Sportlerteams, die eben nicht durch fragwürdige TV-Shows zu Kurzfrist-Berühmtheiten werden wollen, sondern den etwas langwierigeren Weg einer soliden Ausbildung mit dauernder Übung und Training gehen, Schüler, die durch ihre Arbeitseinsätze Geld für Hilfsprojekte verdienen, Besorgungen für ältere Menschen machen und so direkt etwas für die Gesellschaft tun.

Dies sollten wir nach unseren Möglichkeiten fördern und auch entsprechende Plattformen bieten, wie jetzt zum Beispiel Lions-Club und Mozartgesellschaft, damit die Anerkennung für ihre wichtigen Aktivitäten spürbar wird. Denn nur mit diesen kreativen, hilfsbereiten und engagierten jungen Menschen kann die Zukunft auch gestaltet und nicht nur erduldet werden. Dass diese Jugend auch friedlich ihre Stimme erheben kann, haben nicht zuletzt die Demos in den USA gegen die Waffengesetze nach den Schulmassakern gezeigt. Selbst wenn ein ignoranter Präsident unter dem Einfluss einer gewaltigen Waffenlobby steht, wird noch zu sehen sein, welche Zukunft bei Leuten seines Schlages liegt. Das Recht der Jugend ist es allemal, für bessere Aussichten zu kämpfen.

Wir können vor schlechten Entwicklungen, weltweit und hier bei uns in der Region, nicht die Augen verschließen, sie müssen bekämpft werden. Die vielen positiven Leistungen der „Willigen“ sind aber ein ganz wichtiger Teil der Zukunft, lassen wir sie lauter vernehmbar werden.

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