Schwetzingen

Ausstellung Vernissage von „Ausgelacht?“ im Grünen-Büro / Werke von Annika Frank überzeugen

Zum Nachdenken angeregt

Archivartikel

Umweltschutz, Digitalisierung und nationale Identität. Dies sind die Themen, die Annika Frank in ihrer aktuellen Ausstellung im Grünen- Büro in der Schlossstraße 4 in Form von gesellschaftskritischen Cartoons und Illustrationen aufgreift. Rund 25 Gäste waren dabei, als Manfred Kern, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, am Freitag die Vernissage mit Werken der Künstlerin aus den Jahren 2012 bis 2018 eröffnete, die nun bis Ende August zu sehen ist.

Die Künstlerin Annika Frank ist in Mannheim geboren und kam schon sehr zeitig mit Kunst in Berührung. „Annikas Talent zeigte sich schon früh. Sie malte und zeichnete schon als Kleinkind und bereits mit zwölf Jahren zeichnete sie ihre ersten Cartoons“, berichtete Beate Tilch-Frank, Mutter von Annika und selbst Kunsterzieherin. „Eine gewisse Neugier, Offenheit, Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld sind beim Zeichnen wichtig. In der Stilrichtung Cartoon sind sowohl das zeichnerische Können, also auch die Verwendung von Sprache sehr wichtig“, erklärte die 27-jährige Cartoonistin.

Ihr Interesse für Sprache zeigt ihr beruflicher Werdegang, nach dem Studiengang Kultur und Wirtschaft in Mannheim promoviert sie derzeit in Germanistik und hat sich als Doktorarbeit das Thema „Deutschsprachige Superheldencomics“ gewählt. Ihre Darstellungen regen zum Nachdenken an und üben teils Kritik.

„Als Cartoonist darf man jedes Thema aufgreifen und kann sich auf besondere Weise mit der Politik auseinandersetzen. Persönlich sollte allerdings niemand angegriffen werden“, erläutert Frank. Gerne benutze sie Tiere in ihren Zeichnungen, verbinde man mit diesen einerseits besondere Eigenschaften, andererseits schaffe dies eine gewisse Distanz, obwohl die Problematiken oft von Menschen verursacht wurden und Menschen betreffen.

Doppelbedeutung des Namens

„Farbwahl, Gestik und Mimik sind im Werk entscheidend, ebenso eine pointierte Sprache“, erklärt Annika Frank, die hauptsächlich mit Aquarell, Marker, Holzstiften und Acrylfarben gestaltet. „Ich finde die Ausstellung toll und bin spontan vorbeigekommen. Auf spielerische Art werden politische Themen aufgegriffen und man wird zum Nachdenken angeregt“, betont Alexandra Baum aus Mannheim, eine der ersten Besucherinnen. Den Ausstellungnamen „Ausgelacht?“ habe die Künstlerin aufgrund der Doppelbedeutung gewählt. „Zum einen kann man von jemandem ausgelacht werden, was eher das sich lustig machen bedeutet, zum anderen kann ausgelacht auch einfach bedeuten, dass es nichts mehr zu lachen gibt“, bemerkte die Doktorandin.

Ein besonders Werk in der Ausstellung bildet der Cartoon „Der Erlebnispark des Lebens“ im Stile eines Wimmelbildes. Hier wurden gesellschaftliche Themen der Jahre 2014 bis 2018 aufgegriffen. Bei diesem Bild handelt es sich um ein sogenanntes Mitmachbild. Annika Frank möchte das Bild bis Ende dieses Jahres mit weiteren Themen aus den Jahren 2018 und 2019 ergänzen. Daher sind die Besucher dazu eingeladen, ihre Themenideen auf Haftnotizen zu vermerken und auf dem Werk zu platzieren.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional