Schwetzingen

Caritasverband Tafelladen „Appel + Ei“ hat bis auf Weiteres geschlossen / Alternativen gibt es aktuell nicht

Zum Schutz der Ehrenamtlichen

Es ist ruhig geworden in der Markgrafenstraße. Wo früher Bedürftige und Wohnungslose günstig Lebensmittel einkaufen konnten, hängt heute ein „Geschlossen“-Schild. Das Coronavirus hat auch beim Schwetzinger Tafelladen „Appel + Ei“ des Caritasverbands Rhein-Neckar-Kreis seine Spuren hinterlassen.

Warum hat der Tafelladen in Schwetzingen geschlossen?

Rechtlich gesehen hätte der Laden nach der Verordnung der Stadt als Geschäft, das Lebensmittel anbietet, weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Die Verantwortlichen des Caritasverbands haben sich allerdings dagegen entschieden. „Der Schutz der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die oft selbst zur Risikogruppe der Älteren gehören, geht vor. Deshalb haben wir diese Entscheidung getroffen“, erklärt Susanne Rohfleisch, Geschäftsführerin vom Caritasverband Rhein-Neckar-Kreis, im Gespräch mit unserer Zeitung. Einige Tafelläden von anderen Organisationen, etwa der in Mannheim, sind zwar weiterhin geöffnet, in Schwetzingen und auch Hockenheim und Heidelberg können Hilfsbedürftige seit letzten Dienstag aber erst einmal nicht mehr einkaufen gehen. „Wir müssen momentan schauen, wie wir generell den Betrieb aufrechterhalten können, und haben daher leider auch keine Mitarbeiter übrig, die im Tafelladen in Schwetzingen für die Ehrenamtlichen einspringen können“, erzählt Rohfleisch.

Wo bekommen die Bedürftigen nun ihre Lebensmittel her?

Aktuell haben einige Tafeln im weiten Umkreis noch geöffnet. Ansonsten müssen die Bedürftigen sehen, wo sie ihre Lebensmittel auf herkömmlichem Weg günstig bekommen – eine vergleichbare Alternative zu „Appel + Ei“ gibt es nämlich nicht.

Sind andere Hilfsprogramme in Planung?

„Den Tafelladen in Weinheim mussten wir auch schließen. Dort schnüren Helfer momentan Essenspakete, die Wohnungslose sich abholen können – kontaktlos und hygienisch“, meint die Geschäftsführerin. Der Caritasverband suche bereits nach schnellen und neuen Formen der Hilfe; für Schwetzingen sei allerdings noch nichts konkret geplant. In der Situation müsse zunächst abgewartet werden, um zu sehen, was möglich sei. Dann würden weitere Entscheidungen getroffen.

Was ist mit den Lebensmitteln im Tafelladen passiert?

Rohfleisch betont, dass nichts vernichtet wurde. Die frischen Nahrungsmittel sind ausgeteilt und weitergegeben worden, die haltbaren in die Lager gebracht worden. Wenn „Appel + Ei“ wieder öffnet, gehen die haltbaren Waren ganz normal zurück in den Verkauf.

Wann wird „Appel + Ei“ wieder geöffnet?

Die Ereignisse überschlagen sich momentan – deshalb kann nicht gesagt werden, wann der Laden seine Türen wieder öffnet. Die Geschäftsleitung des Caritasverbands orientiere sich an den Empfehlungen, die ihnen gegeben werden. „Wir hoffen, dass wir den Menschen bald wieder Zugang zu Lebensmitteln ermöglichen können“, meint Rohfleisch.

Können freiwillige Helfer sich beim Caritasverband melden?

Grundsätzlich sind der Caritasverband, Telefon 06202/93 14 00, und der Tafelladen „Appel + Ei“, Telefon 06202/93 14 24, erreichbar. Ob freiwillige Helfer derzeit tatsächlich betreut werden könnten, sei allerdings noch unklar. Aktuell hat der Caritasverband in der Hinsicht nichts organisiert. Es gebe aber viele Helfergruppen im Privatbereich, die sich über Unterstützung freuen. Beispiel e gibt’s auf dieser Seite.

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