Schwetzingen

Amtsgericht Sarah Neuschl auch Vorsitzende der Schöffen / Adrian Parsaei agiert zu 50 Prozent noch in Weinheim

Zwei neue Richter verstärken das Team vor Ort

Von Heinz-Günther Fischer

Verändert hat sich die personelle Zusammensetzung im Bereich der Strafgerichtsbarkeit beim Amtsgericht Schwetzingen. Grund dafür: Zwei langjährige Strafrichter änderten ihre Aufgabenbereiche. Während Richterin Schrade innerhalb des Amtsgerichts wechselte, ist Richter Schneid nunmehr beim Landgericht Mannheim.

Die Lücken wurden umgehend gefüllt. Richter Adrian Parsaei kam bereits im September des vergangenen Jahres zum Amtsgericht Schwetzingen. Der aus dem Raum Mainz stammende 32-jährige Jurist absolvierte sein Studium an der dortigen Universität. Nachdem ihn sein Referendariat zu Stationen in Mainz und Speyer geführt hatte, sammelte er in dieser Zeit besondere Erfahrungen bei einem Auslandsaufenthalt in Südafrika. Nach erfolgreich abgelegtem juristischem Staatsexamen im Jahr 2017, wurde er in den baden-württembergischen Staatsdienst eingestellt. Erste Station machte er dabei bei der Staatsanwaltschaft in Mosbach und vergrößerte so seinen Erfahrungsschatz. Hier fand er bei den sogenannten allgemeinen Dezernaten Verwendung. Sein Wechsel in den Raum Mannheim erfolgte schließlich auf eigenen Wunsch.

Beim Amtsgericht Schwetzingen fungiert Richter Parsaei als Strafrichter, wobei er diese Tätigkeit hier nur zu 50 Prozent ausübt. Den anderen Teil seiner Arbeit verrichtet er beim Amtsgericht in Weinheim.

Wechsel auf eigenen Wunsch

Die zweite vakante Stelle wurde von Richterin Sarah Neuschl zum April besetzt. Die 39-jährige Juristin war zuvor etwa zehn Jahren beim Landgericht Mannheim tätig. Die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit lagen dabei in den Bereichen der Wirtschaftsstrafkammer und in der Strafvollstreckung. Die Richterin ist in Heidelberg aufgewachsen, hatte hier auch ihr Jurastudium absolviert und mit verschiedenen Stationen während ihres Referendariats in Karlsruhe und einem Auslandsaufenthalt beim Auswärtigen Amt in Chicago/USA vervollständigt. Nach Abschluss des Staatsexamens 2004 wechselte die Juristin noch im gleichen Jahr in den baden-württembergischen Staatsdienst und begann ihre Laufbahn bei der Staatsanwaltschaft in Mannheim. Hier war sie unter anderem in den Dezernaten für Drogen- und Jugendkriminalität sowie Sexualdelikte tätig.

Beim Amtsgericht in Schwetzingen verantwortet die Richterin verschiedene Bereiche. So ist sie nicht nur Strafrichterin, sondern auch vorsitzende Richterin des Schöffengerichts, also des Gerichts, das Freiheitsstrafen bis in Höhe von immerhin vier Jahren aussprechen kann.

Daneben entscheidet sie auch noch über gerichtliche Betreuungen, das bedeutet, ob und in welchem Fällen und Umfang einer hilfsbedürftigen Person ein Betreuer zur Seite gestellt wird, damit dieser Hilfestellungen im Alltag in ganz verschiedenen Bereichen geben kann.

Ihr Wechsel nach Schwetzingen erfolgte auf eigenen Wunsch. Sie hatte dabei verschiedene Optionen zur Auswahl, entschied sich letztlich aber doch für die Spargelstadt. Und einen wesentlichen Unterschied zum Landgericht kann sie bereits nach sehr kurzer Zeit feststellen: „Hier hat man es mit einer hohen Zahl ganz unterschiedlicher Charaktere und Delikten zu tun. Beim Landgericht dagegen handelt es sich um sehr komplexe Verfahren, die zum Teil über viele Monate laufen“, so Neuschl.

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