Speyer

Gedächtniskirche Oratorienchor der Pfalz singt Anton Bruckners Messe Nummer drei

100 Sänger stellen sich der Herausforderung

Archivartikel

Speyer.Die berühmte Messe Nummer drei in f-Moll von Joseph Anton Bruckner erklingt am Sonntag, 17. November, um 17 Uhr in der Gedächtniskirche der Protestation. Unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald hat sich der evangelische Oratorienchor der Pfalz die Aufgabe gestellt, die großen oratorischen Werke in beispielhafter Weise zur Aufführung zu bringen.

Großartige Solisten wie Karola Pavone (Sopran), Nora Steuerwald (Alt), Siyabonga Maqungo (Tenor) und Magnus Piontek (Bass) sowie Mitglieder der Deutschen Radiophilharmonie (Saarbrücken-Kaiserslautern) stehen dem Chor zur Seite.

1867 wurde der damals noch in Linz als Domorganist ansässige Joseph Anton Bruckner (1824 bis 1896) aufgrund des großen Erfolgs seiner Messe Nummer eins d-Moll beauftragt, eine weitere Messe für die Hofmusikkapelle zu schreiben. Nach der ersten Probe im November 1868 wurde die Messe allerdings von den Mitgliedern der Wiener Hofkapelle als unspielbar eingestuft und lehnten eine Aufführung ab.

Engagement auf eigene Rechnung

Joseph Anton Bruckner, mittlerweile Hoforganist und Professor am Wiener Konservatorium, wollte sich mit der Ablehnung seines Werkes nicht zufrieden geben. Er engagierte auf eigene Rechnung das Hofopernorchester und den Wiener Singverein und so gelangte 1872 die Messe Nummer drei f-Moll in der Wiener Augustinerkirche mit großem Erfolg erstmals zur Aufführung.

Der eigene Lieblingssatz der Messe war das Benedictus, das der Komponist, Organisten und Musikpädagoge in „einer Stunde inbrünstiger Andacht“ verfasste, die ihm gleichzeitig zunächst die vollständige Genesung von einer schweren Krankheit, eines Nervenleidens, brachte. Dann, nach seinem Tod, avancierte die Messe zu einem der beliebtesten Chorwerke der Romantik.

Trotz zahlreicher Nachbearbeitungen in den Jahren 1876, 1877, 1881 und 1890 bis 1893) gilt die Messe f-Moll aufgrund ihrer außerordentlichen Anforderungen an Chor und Orchester bis heute für den „normalen“ Kirchenmusikbetrieb als große musikalische Herausforderung – dieser stellt sich der evangelische Oratorienchor mit seinen rund 100 Sängern nur allzu gerne. zg

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