Speyer

BIWAQ-Projekt Positive Bilanz nach drei Jahren / „Klapp-Café“ dient weiter als Ort des Austauschs

145 Langzeitarbeitslose haben wieder Jobs

Archivartikel

Speyer.„Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (kurz: BIWAQ) war knapp über drei Jahre in Speyer-West ein wichtiges Instrument, um Langzeitarbeitslose in eine Beschäftigung zu vermitteln. Als Ergänzung zur Städtebauförderung „Soziale Stadt Speyer-West“ konnte mit dem „Dienstleistungszentrum Speyer-West – Soziale Teilhabe in sinnvollen Jobs“ in der Stadt die einzige Förderung vom Europäischen Sozialfonds und des Bundes in Rheinland-Pfalz an Land gezogen werden. Nach Abschluss des Projekts zogen die Verantwortlichen nun Bilanz, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Ein tolles Projekt, das auch weiterführende Strukturen in Speyer-West und darüber hinaus implementieren konnte. Mit den Menschen zu arbeiten und nicht nur über sie zu entscheiden, war die Grundlage für diesen Erfolg“, lobte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.

Mit der Eröffnung des „Job-lokal“ in der Lessingstraße konnte sehr früh der erste Baustein durch den Verein zur Förderung der beruflichen Bildung (VFBB) realisiert werden, so Melanie Ruge, Projektkoordinatorin beim VFBB. Damit war der Weg frei für eine niederschwellige und im Quartier verortete Anlaufstelle mit Beratung, Qualifizierung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen.

Die Zahlen sprechen hierbei für sich: 145 Teilnehmer konnten in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden, 23 machten eine Berufsausbildung, 32 weitere wurden in einen Minijob vermittelt und acht in sonstige Angebote. Insgesamt konnten mehr Menschen erreicht werden, als ursprünglich angenommen (280 Teilnehmer). Zum Projektende waren es insgesamt 329 Teilnehmer, die beraten werden konnten. Die Beteiligten zeigten sich zufrieden.

Insbesondere aber sind es die kleinen Geschichten der Hilfestellung, die in Erinnerung bleiben. In einem Fall wurde eine Familie komplett betreut: das Kind innerhalb von „Jugend stärken im Quartier“ (JUSTiQ) beim Übergang von Schule in den Beruf, der Vater konnte in Arbeit vermittelt werden und die Mutter in einen Sprachkurs.

Vernetzung wichtig

Das Prinzip einer wohnumfeldnahen und niederschwelligen Anlaufstelle hat sich bezahlt gemacht, so Ruge. Die meisten Langzeitarbeitslosen haben im „Job-lokal“ die Unterstützung gefunden, die sie, bezogen auf ihre momentane Lebenssituation, benötigten, um zurück in die Arbeitswelt zu finden. Zum einen wurden hier Regelangebote genutzt, aber auch neue Qualifizierungsangebote entwickelt, die an den Bedarf der Teilnehmer angepasst wurden.

Der Mehrwert von BIWAQ zeigte sich auch im öffentlichen Bereich. So konnten mit den Geschäften und Dienstleistern in Speyer-West sieben gemeinsame Aktionen durchgeführt werden. Die Kinder hatten besonders viel Spaß bei den Weihnachtsgewinnspielen sowie der Suche nach den „goldenen Ostereiern“ und freuten sich über gewonnene Steiff-Teddys. Dass BIWAQ nachhaltig auf die Entwicklung im Quartier wirkt, zeigte sich bei der Durchführung des Adventsbasars der Geschäfte in der Lessingstraße und Heinrich-Heine-Straße im November, der komplett in Eigenregie organisiert wurde.

Bei der Abschlussveranstaltung wurde deutlich, wie wichtig Netzwerke und Kooperationen für die zielgerichtete Projektumsetzung sind. Durch die besondere Form der Kooperation zwischen „Job-lokal“, Jobcenter, Stadt Speyer, freien Trägern, Stadtteilverein und Akteuren vor Ort, können wohnortnahe Angebote und Maßnahmen nun weiter ausgebaut werden.

Die Durchführung des „Klapp-Cafés“, das vom Nachbarschaftsverein der Gemeinnützigen Baugenossenschaft (GBS) ins Leben gerufen wurde, ist im Sinne der Nachhaltigkeit eine weitere Maßnahme, mit den betroffenen Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Das „Job-lokal“ wird auch nach der Förderlaufzeit Anlaufstelle für Arbeitssuchende im Quartier sein. Auch wenn eine direkte Weiterbetreuung der Zielgruppe wie im bisherigen Maße nicht mehr möglich ist, ist der VFBB bemüht, jeden Ratsuchenden zu unterstützen, heißt es weiter. Im Sinne der Nachhaltigkeit von BIWAQ wurde zudem eine Übersichtskarte mit den wichtigsten Kontaktstellen für Arbeitssuchende erstellt.

Fazit: Das BIWAQ hat eine positive Wirkung in Hinblick auf bauliche Neuerungen im öffentlichen Bereich und in sozialer Hinsicht. zg

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