Speyer

Blick in die Geschichte Französische Truppen und einheimische Plünderer vernichten Dominventar

Altäre geschändet und zerstört

Speyer.Französische Revolutionstruppen und einheimische Plünderer vernichteten vor inzwischen 225 Jahren zwischen dem 9. und 19. Januar 1794 die Einrichtung des Doms, daran erinnert die Pressestelle des Bistums Speyer in einer Mitteilung vom gestrigen Tag. Am 9. Januar 1794 wüteten französische Revolutionstruppen erstmals im Speyerer Dom. Sie plünderten und zerstörten alles, was damals an liturgischem Gerät vorhanden war, die Altäre und Gräber wurden zudem geschändet.

Zuletzt wurde zehn Tage später, am 19. Januar 1794, dann der sogenannte „Freiheitsbaum“ vor dem Dom aufgepflanzt und das Gnadenbild der Muttergottes mit dem Jesuskind auf den Domplatz gebracht und dort vor Publikum zerstört. Allein der Fuß des Jesuskindes blieb am Ende noch erhalten.

Nachdem die französischen Truppen am 31. März 1793 die Stadt Speyer, nach einem Sieg der Preußen bei Kreuznach, geräumt hatten, ritten am 27. Dezember 1793 erneut Vorboten des Revolutionsheeres durch das Altpörtel in die Stadt ein. Das Domkapitel floh daraufhin nach Bruchsal, Teile des Archivs und des Domschatzes wurden an andere Orte verbracht und sollten später auch nie wieder nach Speyer zurückkehren.

Chorgestühl zerschlagen

Am 9. Januar begann dann die Plünderung des Doms. Nach zeitgenössischen Berichten wurden die Heiligenbilder von Wänden und Nischen herabgestürzt, die Sitze der Stuhlbrüder auf dem Königschor wurden zerschmettert, das kunstvoll geschnitzte Chorgestühl der Kanoniker wurde zerstört und die Altäre geschändet und zerschlagen.

Diese Zerstörungen trafen den Dom schwer, nachdem er im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 bereits geplündert und teilweise zerstört worden war. Der Wiederaufbau und die Wiedereinrichtung in der Mitte des 18. Jahrhunderts waren noch nicht lange abgeschlossen, als der Dom im Zuge der französischen Revolution geplündert, säkularisiert und beinahe sogar dem Abriss Preis gegeben wurde. Die Ausmalung des 19. Jahrhunderts war dann nach Erkenntnisse der Bistumspressestelle letztlich mit ein Versuch, dem Dom wieder eine prachtvolle Ausstattung zu schenken.

Die Besucher, die heute den Dom besuchen, sind oft verblüfft, wie leer er im Innern ist. Die wenigen vorhandenen Ausstattungsgegenstände wie das Gnadenbild, das große Triumphkreuz und die große, über dem Königschor hängende Krone stammen aus dem 20. Jahrhundert. Sie lehnen sich in ihrer Gestaltung an die Kunst der Romanik an. Damit passen sie zur klaren architektonischen Gliederung, die im Zuge der großen Restaurierung des 20. Jahrhunderts sichtbar gemacht wurde.

So beeindruckt der Dom heute vor allem durch die klare Formensprache, die harmonische Fügung der Bauteile und die Weite des Raums. is

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