Speyer

Historisches Museum Sammlungsleiter Dr. Werner Transier in den Ruhestand verabschiedet

Anerkannter Experte für jüdische Geschichte

Speyer.Der langjährige Sammlungsleiter für Judaika und Numismatik am Historischen Museum der Pfalz, Dr. Werner Transier, ist in den Ruhestand getreten. „Mit Werner Transier verabschieden wir einen äußerst verdienstvollen Kollegen, der als einer der bundesweit renommiertesten Experten für jüdische Geschichte und für Numismatik das Profil unseres Hauses über Jahre mitgeprägt hat. Ich bin froh, dass er uns auch im Ruhestand als Ratgeber verbunden bleiben wird“, sagte Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert laut einer Pressemitteilung des Historischen Museums zum Abschied.

Werner Transier wurde am 3. April 1952 in Ludwigshafen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er Alte Geschichte und Klassische Archäologie an der Universität Mannheim, wo er 1985 mit einer Arbeit zur Geschichte der Insel Samos in hellenistischer und römischer Zeit promoviert wurde.

Am 1. März 1985 trat er seinen Dienst beim Historischen Museum der Pfalz an und übernahm sukzessive die Sammlungen zur jüdischen Geschichte und zur Geldgeschichte vom damaligen stellvertretenden Direktor Prof. Günter Stein. Die von ihm kuratierte Ausstellung über Zeugnisse jüdischer Religiosität „Du sollst ein Segen sein“ wanderte nach der ersten Station 1996 im Historischen Museum der Pfalz in zahlreiche pfälzische Gemeinden und beförderte dort das Interesse für das jüdische Kulturerbe.

Vorkämpfer für Welterbe-Status

Maßgeblich beteiligt war Transier auch an der Realisierung der großen Sonderausstellung „Europas Juden im Mittelalter“. Zu sehen war die Schau von November 2004 bis März 2005 im Historischen Museum der Pfalz und von April bis August 2005 im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Die Ausstellung kann als Initialzündung für die noch laufende Bewerbung der drei SCHUM-Städte Mainz, Worms und Speyer als UNESCO-Weltkulturerbe gesehen werden. Werner Transier setzte sich von Beginn an in den Gremien zur Bewerbung um den Welterbestatus ein und führt seine Arbeit als ehrenamtlicher Experte fort.

Neben dem Wirken für das kulturelle Erbe der SCHUM-Städte, zu dem auch die Konzeption einer Dauerausstellung im Museum SchPIRA im Speyerer Judenhof gehörte, wirkte Werner Transier in außergewöhnlicher Weise in der überregionalen „Arbeitsgemeinschaft Jüdischer Sammlungen in Deutschland“ mit und der „Association of European Jewish Museums“. Besonders lag ihm die intensive Zusammenarbeit am Oberrhein – von Basel bis Mainz – am Herzen. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitete der Wissenschaftler in den Gremien des Historischen Vereins der Pfalz, zuletzt im Vorstand als Schriftführer und Geschäftsführer. Diese Aufgabe übte er bis 2016 aus. Nach wie vor ist er Mitglied im Ausschuss des Historischen Vereins. Sein beharrliches Wirken im Hintergrund über drei Jahrzehnte hinweg prägte die erfolgreiche Arbeit eines der größten Geschichtsvereine in Rheinland-Pfalz wesentlich mit.

Darüber hinaus engagierte sich Werner Transier in der Vereinstätigkeit auch überregional als Vorstand des supranationalen „Netzwerks Geschichtsvereine“. zg

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