Speyer

Grüne Klimaziele stehen ganz oben auf der Agenda

Anne Spiegel geht wieder ins Rennen

Archivartikel

Speyer/Schifferstadt.Die 39-jährige Anne Spiegel (kleines Bild), derzeit Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz in Rheinland-Pfalz und Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl, wurde jetzt auch im Wahlkreis selbst als Kandidatin gekürt – einstimmig. Bei der wegen Corona verschobenen Wahlkreisversammlung hielt Spiegel eine Grundsatzrede zu der Art grüner Politik, die sie auch künftig in Mainz vertreten möchte. Hier einige Auszüge:

„Wir Grüne sind die Klimaschutzpartei, die nachhaltige Transformation ist der Weg und Klimaneutralität ist unser Ziel. Wir leben hier in der Oberrheinebene in der wärmsten und sonnigsten Region Deutschlands. Nach dem dritten Dürresommer in Folge und nach den Hitzewellen der vergangenen Jahre sehen wir hier bei uns ganz besonders deutlich, dass der Klimawandel mit aller Wucht bei uns angekommen ist. Das trifft die Menschen bei uns, die unter der Hitze leiden, das trifft die Landwirtschaft mit trockenen Böden und mageren Ernten und das trifft den Wald mit aller Wucht“, so Spiegel, die übrigens in Leimen geboren ist.

Thema für die Zukunft

Die Sturmschäden im Sommer hätten auch hier vor Ort gezeigt, dass Klimaanpassung nicht nur ein Thema für die Landespolitik, sondern für alle ein Thema für die Zukunft sei. Alles deute darauf hin, dass Hitze, Dürre und Unwetter auch hier so zunehmen werden, wie die Klimaerhitzung voranschreitet. Wir müssten unseren Wald und unsere Felder und uns selbst vor dieser Entwicklung beschützen. Der beste Klimaschutz sei der Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Spiegels Ziele: „Wir wollen die Windenergieleistung im Land verdoppeln, die Photovoltaikleistung verdreifachen und eine Solarpflicht für Neubauten und Dachsanierungen einführen. Damit ebnen wir den Weg, dass bis 2030 der in Rheinland-Pfalz verbrauchte Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien kommt.“ Die Mobilität müsse sich zunehmend klimaneutral gestalten und vom Verbrennungsmotor abwenden hin zur Vorfahrt für Züge, Busse, Straßenbahnen, Fahrräder, E-Bikes und Fußgängern. „Wir wollen mehr ÖPNV im Land, das Ausbautempo für Radwege verdoppeln und ein 365-Euro-Ticket für alle Bürger“, fordert die vierfache Mutter.

Speyer brauche eine kluge Vernetzung der Mobilitätsangebote, damit künftig nicht nur Busladungen mit Touristen hier ankommen, sondern mehr Besucher mit der Bahn fahren und mit dem Leihrad auf breiten Radspuren den Weg in die Innenstadt finden. Die Schifferstadter Bürgermeisterin Ilona Volk setzte nachhaltige Mobilität ganz oben auf die Agenda und gehe beim Umbau des städtischen Fuhrparks mit gutem Beispiel voran.

Für Spiegel gehören die Schutzgebiete der Rheinauen dazu. „Wenn wir uns vorstellen, wie viel von den ursprünglichen Auenlandschaften bereits verloren gegangen ist, dann müssen wir umso mehr dafür tun, damit wir die verbliebenen Biotope bewahren und ausweiten können. Gleiches gelte für den Speyerer Wald mit seinen einzigartigen Dünen- und Sandrasenbiotopen, die Lebensräume für seltene Arten sind.“ Bei der Entwicklung des Pioniergrunds bei Otterstadt müsse man Flächenfraß verhindern. zg

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