Speyer

Ausstellung Galerie Kulturraum zeigt Ölgemälde und Keramikwerke von Irmgard Böhmer-Saal

Arbeiten spiegeln ihr Seelenleben wider

Archivartikel

Speyer.Franz Müller-Steinfurt, Irmgard Böhmer-Saal und Reinhard Ader – an Kunstausstellungen, die in einen zeitlichen Zusammenhang eingebunden sind, hat Speyer derzeit keinen Mangel.

Nach dem Kunstverein, der dem 2017 verstorbenen Bildhauer Franz Müller-Steinfurt anlässlich seines zweiten Todestages eine Gedächtnisausstellung widmete (wir berichteten), und der Städtischen Galerie, die ab Freitag, 8. November, den Künstlerbund-Vorsitzenden Reinhard Ader anlässlich seines 70. Geburtstages mit einer Retrospektive ehrt, sind Maria Franz und Anton Bronich mit ihrer Galerie Kulturraum in der Maximilianstraße 99 die Dritten im Bunde, bei denen der Zeitfaktor eine Rolle spielt. Im Mai 1995 am damaligen Standort Bahnhofstraße 44 erstmals als Galerie Kulturraum in der Öffentlichkeit präsent, war es die bekannte Schifferstadter Künstlerin Irmgard Böhmer-Saal, die im September des gleichen Jahres die erste Einzelausstellung in der Galerie bestritt. 24 Jahre danach wiederholt sich die Geschichte, denn am Sonntag, 3. November, laden die Galeristen zu einer neuen Werkschau mit Arbeiten von Böhmer-Saal ein. Die Vernissage zur Retrospektive beginnt um 11.30 Uhr mit einer Einführung von Maria Franz. Musikalisch begleiten Christoph Stadler (Gitarre) und Dominik Miller (Gesang) die Eröffnungsveranstaltung.

Stimmige Einheit

Unter dem Titel „Piece of Peace“ (Stück Frieden) sind Werke einer Künstlerin zu sehen, die von 1991 bis 1995 an der Freien Akademie der Künste Mannheim studierte und seit 1996 als Freie Künstlerin für die Staatliche Majolika-Keramik-Manufaktur in Karlsruhe tätig ist. Als Malerin kennt man sie bereits seit über dreißig Jahren. In der Galerie Kulturraum legen nun die Werkgruppen Malerei, Zeichnung und Keramik Zeugnis ab, von der außergewöhnlichen Kreativität der Künstlerin. Ihre Gemälde in Öl auf Leinwand geben vordergründig Rätsel auf. Um der Intention der Malerin nachzuspüren, laden sie den Betrachter förmlich dazu ein, sich gedanklich auf eine Forschungsreise zu begeben. Es sind Bilder von visionärer Kraft, die aber trotz ineinander verwobener Details immer Ruhe ausstrahlen. Hauptwerk ist eine vierteilige Arbeit mit dem Titel „Altar“, die ebenfalls entschlüsselt werden will. In zwei anderen Gemälden mit den Titeln „Aurora“ und „Nocturne“ hat Böhmer-Saal das Zweidimensionale der Malerei reizvoll in die Dreidimensionalität übertragen. Grundsätzlich sind alle Ölgemälde der Kategorie „Dimension“ zugeordnet.

Was ihre Keramikarbeiten anbelangt, hat die Faszination für das Thema Kopf nie nachgelassen. Der erste in Ton gestaltete Kopf gehörte zu einer Frau aus Ghana. Aus diesem „Urkopf“ entwickelte sie die Serie „Arche“ mit männlich-archaischen, auf das Wesentliche reduzierten Häuptern. Das weibliche Gegenstück bilden Frauenköpfe voller Schönheit und Stärke. Es handelt sich um Werke, deren zusammenfassender Titel „Erwecke die Göttin in Dir“ unmissverständlich auf ein emanzipiertes Frauenbild hinweist. Wobei es Böhmer-Saal wichtig ist, dass sie keine Bildhauer- sondern Malerköpfe kreiert. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und so wird die Retrospektive durch Aktzeichnungen in Mischtechnik auf Nessel und Papier, Reliefs aus Keramik und weiteren plastischen Arbeiten wie speziellen „Keramik-Magneten“ abgerundet.

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