Speyer

Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Staatssekretär informiert sich über Hebammen-Ausbildung

Azubis lernen alle Aspekte der Geburtshilfe kennen

Archivartikel

Speyer.Bei der Diskussion um die Umsetzung von EU-Vorgaben zur Hebammen-Ausbildung in deutsches Recht hat sich Dr. Thomas Gebhart, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit, über das erfolgreiche Modellprojekt an der Diakonissen Hebammenschule in Speyer informiert.

Jonas Sewing, Geschäftsführer des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses, stellte das Ausbildungskonzept der Speyerer Schule vor, die seit 25 Jahren Hebammen ausbildet und mit einem verpflichtend in die Ausbildung integrierten Studiengang bereits heute die EU-Richtlinien erfüllt: In einem Studium an der Hochschule Ludwigshafen werden vom zweiten bis vierten Semester gesundheits-, sozial- und hebammenspezifische Grundlagen vertieft. Nach Beendigung der Ausbildung folgt der zweite Studienabschnitt in Vollzeit.

Die Absolventinnen schließen mit dem europaweit anerkannten Grad Bachelor of Science ab. „Möglich ist der Spagat zwischen Studium und Arbeitsplatz auch deshalb, weil Leitungskräfte in unserem Krankenhaus das Projekt durch eine sinnvolle Dienstplangestaltung unterstützen und bei studentischen Forschungsprojekten behilflich sind“, betonte Sewing.

„Duales Modell sehr interessant“

Dr. Thomas Gebhart erklärte: „Ich halte das duale Modell mit den großen Praxisanteilen für sehr interessant.“ Gern nehme er die Informationen mit nach Berlin.

Dass die gute Reputation der Schule mit ihren 60 Ausbildungsplätzen Bewerberinnen aus dem ganzen Bundesgebiet und dem europäischen Ausland anzieht, unterstrich Schulleiterin Ute Bauer.

Sie zählte einige Vorteile des Speyerer Modells auf: Die Auszubildenden werden für drei Jahre vergütet. Außerdem sei die Ausbildung mit mindestens 3000 Praxisstunden praxisnah und qualitativ hochwertig, die Lehrpläne validiert und dem wissenschaftlichen Standard angepasst. „Unser Modell der Hebammen-Ausbildung mit integriertem Bachelor-Studiengang ist ein voller Erfolg“, resümierte entsprechend Krankenhaus-Geschäftsführer Jonas Sewing.

Davon, dass das Modell in der Praxis gut ankommt, konnte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Gespräch überzeugen: In Begleitung des Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger und des Landtagsabgeordneten Reinhard Oelbermann traf er in einem der Kreißsäle des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses mit Auszubildenden und Praxisanleitern zusammen.

„Wir sind mit rund 2800 Geburten im Jahr die geburtenstärkste Klinik in Rheinland-Pfalz und bilden gemeinsam mit der Kinderklinik ein Perinatalzentrum Level I“, führte Hebamme Caroline Münchbach, Abteilungsleiterin der Geburtshilfe, aus: „Die Auszubildenden können hier also alle Aspekte der Geburtshilfe kennenlernen.“ Die positiven Erfahrungen der praxisnahen Ausbildung bestätigte auch Sarah Hemmerich, Hebamme in Ausbildung, die erläuterte, wie die Verbindung zwischen Hochschule und Fachschule funktioniert. zg

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