Speyer

Lärmaktionsplanung Stadtverwaltung sieht Defizite beim Eisenbahn-Bundesamt / Viele Vorschläge zur Verbesserung eingereicht

Beigeordnete Seiler mahnt Reaktionen an

Archivartikel

Speyer.Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Erstellung eines Lärmaktionsplans habe die Stadt zum wiederholten Male das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) auf die hohe Betroffenheit von Speyerer Bürgern durch Schienenverkehrslärm und auf konkrete Lärmbrennpunkte hingewiesen, erklärt die Beigeordnete Stefanie Seiler in einer Pressemitteilung. „Weder inhaltlich noch formal wurde die Stellungnahme, die die Stadt Speyer in der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung abgegeben hatte, berücksichtigt“, stellt sie fest.

Auch sei der Prioritätenliste des Eisenbahn-Bundesamtes für die Durchführung von Lärmminderungsmaßnahmen nicht zu entnehmen, wann im Bereich der Stadt mit Lärmminderungsmaßnahmen gerechnet werden könne, erläutert Umweltdezernentin Seiler die Notwendigkeit, auch die zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung, die im März abgelaufen war, zu nutzen, um auf die Lärmprobleme der Kommune hinzuweisen.

Aktiver und passiver Schutz

Die Stadtverwaltung hatte bereits in der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung im Sommer 2017 mit Unterstützung eines Fachbüros die Lärmkartierung für das Stadtgebiet kritisch auf Plausibilität überprüft und auf entsprechende Defizite hingewiesen. Von Schienenlärm besonders betroffen sind demnach die Anwohner der Iggelheimer Straße, Waldstraße, Hirsch- und Hasenstraße, aber auch Storchenpark, Obere Langgasse und die Schützenstraße zählen zu den Schienenlärm-Brennpunkten.

Als aktive Maßnahmen der Lärmbekämpfung benennt die Stadt in ihrer Stellungnahme unter anderem Lärmschutzwände im innerstädtischen Bereich, Reduzierung der Durchfahrtgeschwindigkeit im bewohnten Bereich und Einbau von Schienenstegdämpfern. Seien aktive Lärmschutzmaßnahmen nicht möglich, solle ergänzend auf passive Schallschutzmaßnahmen abgestellt werden, so die städtische Stellungnahme. Ferner betont Beigeordnete Seiler, dass die Stadt das EBA darüber informiert habe, welche schienennahen Flächen in Zukunft als Wohngebiete entwickelt werden sollen, um frühzeitig auf mögliche künftige Konflikte hinzuweisen.

Anlässlich der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Erstellung eines Lärmaktionsplans für die Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von über 30 000 Zügen pro Jahr hatten Bürger, Lärmschutzvereinigungen, Kommunen sowie weitere Einrichtungen, die von Schienenlärm betroffen sind, die Möglichkeit, auf Lärmprobleme aufmerksam zu machen und Stellungnahmen einzureichen. Das Eisenbahn-Bundesamt beginnt nun mit der Auswertung der Befragung, die Ergebnisse sollen Mitte des Jahres veröffentlicht werden. zg

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