Speyer

Grüne Mobilitätsfortschritt angehen / Fahrradstraßen ausbauen

Bürger an Diskussion um S-Bahn-Haltepunkt beteiligen

Archivartikel

Speyer.Fahrradstraßen werden zu langsam markiert, der Ausbau des Bahnverkehrs wird verschoben und der motorisierte Individualverkehr steigt stetig an: Die Speyrer Grünen kritisieren in einer Stellungnahme den Mobilitätsfortschritt mit Blick auf die Klimakrise und das im Zuge der Corona-Pandemie.

„Menschen mit Atemwegserkrankungen sind stärker von Corona betroffen. Atemwegserkrankungen treten verstärkt in Gebieten mit schlechter Luftqualität auf und arbeiten sich auf Platz eins der heutigen Zivilisationskrankheiten vor“, heißt es in dem Schreiben. „Auch bei uns im Ballungszentrum sind die Staubbelastungen durch Verkehr und Versiegelung ein großes Problem. Wie wir leben, bedroht nicht nur die klimatische Entwicklung, sondern auch unsere Gesundheit direkt. Corona und die Klimakrise zeigen uns, dass es mittlerweile nicht mehr um kleine Reformen geht, um einen Bus mehr hier oder eine halbe Fahrradstraße dort. Die Frage ist, wo wollen wir hin als Gesellschaft?“

Die Grünen betonen, dass sie für eine Verkehrswende in Speyer stünden und „dazu brauchen wir mittelfristig den Ausbau des S-Bahn-Haltepunkts Süd, zusammen mit einer Unterführung für Radler“, heißt es weiter. Die Speyerer Verkehrspolitik müsse den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), den Fußverkehr sowie den Radverkehr stärken, um die Klimaziele zu erreichen und die Menschen, die sich vom Verbrennermotor entfernt haben, in ihrer Entscheidung zu unterstützen. „Die Stadt der Zukunft wird nicht nur aus Straßen für Pkw bestehen. Sie wird sich aus einem Netz aus Fahrradstraßen, Fußgängerzonen, Spielstraßen, Schienen und Straßen nur für den ÖPNV und Lieferverkehr zusammensetzen“, fordern sie eine Stärkung der nachhaltigen Mobilitätsangebote: „Mobilität muss für alle zugänglich sein, daher muss die Stadt kostengünstige Alternativen schaffen und die Infrastruktur dafür langsam aufbauen. Der S-Bahn-Haltepunkt Süd ist Teil dieser Infrastruktur. Die Fahrradstraßen auch.“

„Müssen Lebensweise ändern“

Nichtsdestotrotz gelte es immer, die aktiven Bürger bei der Verbesserung der Pläne zu beteiligen. „Wir müssen einen Weg finden, um das vom S-Bahn-Haltepunkt betroffene Quartier möglichst wenig zu belasten und gemeinsam erörtern, wie der Stadtteil von einem zusätzlichen Halt profitieren kann. Durch mehr Grün, durch weniger Autos und eine angenehmere Mobilität der Pendler, Senioren und Kinder, die mit dem Fahrrad unter der Unterführung am S-Bahn-Haltepunkt schneller und sicherer zur Schule kommen. Wir setzen uns nach wie vor dafür ein, dass der Ausbau zusammen mit den Anwohnenden und Betroffenen umzusetzen ist“, wünschen sich die Grünen eine Bürgerversammlung.

„Wir werden in Zukunft unsere Lebensweise verändern müssen, nicht weil wir alle grün werden, sondern weil wir uns unsere Freiheiten erhalten wollen. Mit Klimawandel und der Ausbeutung der Natur werden weitere Pandemien, Sandstürme, Hitzewellen, Wasserknappheit und Artensterben folgen. Dann müssen wir uns einschränken, wie uns Corona gerade lehrt“, plädieren sie, vorsorgend zu handeln. zg

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