Speyer

Salierbrücke Bundestagsabgeordnete Gutting und Steiniger begrüßen Bewegung bei der Sanierung

Bus und Krankenwagen dürfen jetzt wohl durch

Altlußheim/Speyer.Nachdem jetzt zum zweiten Mal der erst auf den öffentlichen Druck nach der exklusiven Berichterstattung der Schwetzinger Zeitung einberufene sogenannte Projektbegleitkreis zur Sanierung der Salierbrücke bei Speyer in Altlußheim getagt hat, haben die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting und Johannes Steiniger eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben: „Das Regierungspräsidium Karlsruhe geht mit der Variante einer Vollsperrung, die aber in beide Richtungen für ÖPNV und Rettungsdienste befahrbar sein soll, in die Öffentlichkeitsbeteiligung am 18. Juni in Speyer und am 19. Juni in Hockenheim“, heißt es da.

Und das begrüßen Steiniger und Gutting sogar, obwohl sich ja die Bürger sehr viel stärker eine Sperrung in nur eine Richtung gewünscht hätten, damit vor allem die Berufstätigen und Schüler morgens von der badischen Seite aus nach Speyer hätten fahren können, um zu ihrer Arbeit und in die Schule zu kommen. Die Abgeordneten schreiben: „Der Einsatz für die Bürger hat sich gelohnt. Eine Baustelle bringt immer Einschränkungen mit sich, aber fast zwei Jahre Vollsperrung ohne Rücksicht auf Notfälle und den Schülerverkehr waren nicht vermittelbar“, meint Steiniger. Gutting ergänzt: „Sicher wäre eine weitere Öffnung der Brücke noch besser. Aber die Sanierung ist absolut notwendig und verträgt keinerlei Aufschub mehr. Wir setzen uns weiter für die bestmöglichen Verbindungen nach Speyer ein.“

Steiniger betont, dass gerade der Einsatz auf Speyerer Seite gewirkt habe. Über 3500 Unterschriften habe Oberbürgermeister Hansjörg Eger ans RP übergeben: „Wir wollen nun alles daran setzen, dass die Bauzeit so kurz wie möglich bleibt und auch Landwirtschaft und Pkw-Verkehr in der Bauzeit schnell über den Rhein kommen.“ Nur wie? Ob es darauf bei den Bürgerversammlungen Antworten gibt und dann die Traktoren über die Autobahn übern Rhein fahren sollen, was ja verkehrsrechtlich gar nicht möglich ist, bleibt unausgesprochen. Darauf gibt es auch in einer Presseerklärung des Regierungspräsidiums keine Antwort: „Die Salierbrücke muss nicht nur dringend saniert, sondern auch in ihrer Tragfähigkeit ertüchtigt werden. Der Eingriff in den Verkehr wird voraussichtlich rund zwei Jahre betragen und ist ab Januar 2019 vorgesehen“, heißt es dort. Bei der Sitzung in Altlußheim sei der Projektbegleitkreis unter anderem über die Prüfungsergebnisse der in der ersten Sitzung hervorgebrachten Themen informiert worden. Damals war ja auch die Einrichtung einer Fährverbindung von Seiten des Altlußheimer Bürgermeisters Uwe Grempels ins Spiel gebracht worden. Der hatte dann sogar noch die fachlichen Möglichkeiten aufgetan, nachdem das RP ursprünglich behauptet hatte, dass dies nicht möglich sei.

Eine Nachfrage bei Uwe Grempels hat dann auch ein wenig Licht ins Dunkel der Praktikabilität gebracht. So sei geplant, die Buslinie nach Speyer am Luxhof enden zu lassen. Dort sollen die Fahrgäste Richtung Speyer dann in einen schmaleren Shuttlebus umsteigen und so die begrenzte Fahrbahnbreite auf der Notspur nutzen. Ob der eigentliche Linienbus dann trotzdem noch über die Autobahn zum Speyerer Bahnhof weiterfährt, müssten weitere Gespräche zeigen. Übrigens ist auch noch unklar, wer etwaige Mehrkosten für den Busverkehr zu tragen hat.

Keine Lösung für die Landwirte

Nochmals zur Landwirtschaft: „Das ist wirklich eine große Kröte, die wir da schlucken müssen“, sagt Grempels. Denn für die Bauern, die auf der einen Seite des Rheins ihren Hof haben, aber auf der anderen Seite Felder bewirtschaften, dürfte es – Stand heute – kein Durchkommen über die Salierbrücke mehr geben. Ihnen bliebe dann nur der stundenlange Umweg über Germersheim, über die Kollerfähre bei Brühl oder über die Fähre Altrip. Grempels ist dennoch froh, dass in der Sitzung vor allem für die Schüler und die Notfallversorgung etwas bewegt werden konnte. Die Bürgermeister aus der Region hätten da an einem Strang gezogen, Landrat Stefan Dallinger hatte alle bereits vor der Tagung der Projektgruppe zusammengerufen.

Laut Regierungspräsidium standen diesmal die Abwicklung der rettungsdienstlichen Versorgung und des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Bezug auf die unterschiedlichen Varianten der Verkehrsführung im Fokus der Gespräche. Folgende Varianten standen laut Presseerklärung zur Diskussion: Die Vollsperrung für alle Verkehrsträger (außer Fuß- und Radverkehr). Eine Umleitung aller Verkehrsträger würde über die A 61 erfolgen. Die Bauzeit beträgt bei dieser Variante rund 20 Monate. Eine einstreifige Verkehrsführung – der Pkw-Verkehr kann während der Bauzeit in Fahrtrichtung Speyer über die Brücke fahren. Aus Arbeitsschutzgründen wäre die Brücke für den ÖPNV und für die Rettungsdienste aufgrund deren Fahrzeugbreiten jedoch nicht passierbar. Eine Umleitung dieser Verkehrsträger müsste dann über die A 61 erfolgen. Die Bauzeit würde sich auf etwa 26 Monate verlängern, da die bautechnischen Abläufe unter fließendem Verkehr komplexer und somit zeitaufwändiger seien. Und eben die jetzt favorisierte Vollsperrung mit Durchfahrtsmöglichkeit für öffentlichen Verkehr (ÖPNV und Rettungsfahrzeuge) in beide Richtungen (Ampelregelung). Alle anderen Fahrzeuge würden über die A 61 umgeleitet. Auch bei dieser Lösung ist die Bauzeit um sage und schreibe ein halbes Jahr länger – also 26 Monate.

Ausschlaggebendes Argument sei laut RP, neben der dadurch möglichen Sicherstellung der rettungsdienstlichen Versorgung insbesondere die Möglichkeit der Schaffung eines attraktiven Ersatzkonzeptes für den ÖPNV. Auch bei den Mitgliedern des Projektbegleitkreises habe diese Variante große Zustimmung erhalten, so das RP. Bürgermeister Grempels bestätigt, dass sich die Vertreter der Elterninitiativen zufrieden gezeigt hätten.

Jetzt folgen die Bürgerinformationsveranstaltungen, bei denen dann endlich auch die Betroffenen mal anwesend sein dürfen. Auch diese Termine sind ja erst auf Druck der Bürgerinitiativen und der Politiker der Region überhaupt angesetzt worden. Sie finden am 18. Juni in der Stadthalle Speyer und am 19. Juni in der Stadthalle Hockenheim statt. Der Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

Info: Infos gibt’s auch auf der Homepage des Regierungspräsidiums unter www.rp-karlsruhe.de im Beteiligungsportal unter „Aktuelle Baumaßnahmen Nord“ B 39, Sanierung Rheinbrücke Speyer.

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