Speyer

Alter Stadtsaal Szenische Lesung beleuchtet historischen Hintergrund von Richard Löwenherz

Das Mittelalter wird hier lebendig

Speyer.In einer szenischen Lesung im Alten Stadtsaal am Samstag, 24. Februar, um 19 Uhr bereitet Dr. Ellen Bender den historisch-literarischen Hintergrund von Richard Löwenherz und dem Artusmythos auf, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Ensemble „Wundersvil“ der Nibelungenlied-Gesellschaft Worms präsentiert Spielszenen im mittelalterlichen Kolorit; das Duo „Wormez“ sorgt mit gesungenen Strophen aus Bernart de Ventadorns „Lerchenlied“, dem von Richard in der Gefangenschaft gedichteten Lied „Ja nus hons pris“ und mit bretonischen Liedern für die passende Begleitung.

Die Königsdynastie der Anjou-Plantagenêts in England förderte im 12. Jahrhundert Literatur und Geschichte um den mythischen König Artus. Damals hatte Geoffrey von Monmouth eine Geschichte der Könige von Britannien verfasst und König Artus/Arthur als Stammvater aller keltischen Fürsten erfunden. Er dichtete ihnen eine antike, trojanische Abstammung an. Als Nachfolger des idealen Herrschers Arthur behauptete König Richard I. Löwenherz für sich den Besitz des berühmten Schwertes Excalibur. Die Propagandabemühungen im angevinischen Reich zur Glorifizierung des Herrschers und zur Entwicklung eines Heldenmythos erwiesen sich als erfolgreich. Bis in die Neuzeit hinein blieb trotz der heftigen Kritik am Monarchen, der aus seinem Land immense Geldsummen presste, das Bild Richards als „Idealkönig“ der ritterlichen Gesellschaft im Stil des mythischen Artuskönigtums erhalten.

Es spielen Arnulf Kaju Kienast (Richard Löwenherz), Rüdiger Glaser (Tankred von Sizilien), Petra Riha, Torben Hebing und das Duo „Wormez“ mit Stephanie Salm (Sopran, Laute, Dudelsack, Drehleier, TinWhistle) und Tom Salm (Bariton, Psalter, Bodhran, Davul, Percussion). Die Veranstaltung nimmt Bezug auf die Ausstellung „Richard Löwenherz. König – Ritter – Gefangener“ im Historischen Museum der Pfalz, die bis zum Sonntag, 15. April, zu sehen ist. Eintrittskarten zum Preis von 10 Euro gibt es nur an der Abendkasse. zg

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