Speyer

Volkshochschule 70. Geburtstag mit Festakt im Historischen Ratsaal gefeiert

Der Bildung verpflichtet

Archivartikel

Speyer.Die Bedeutung der Volkshochschule als einzigartige Institution für Weiterbildung und wichtiges Wachhalten des Demokratieverständnisses unterstrichen alle Festredner in der Feierstunde zum 70. Geburtstag der VHS Speyer im Historischen Ratssaal. Sowohl der Vorsitzende des Landesverbandes der rheinland-pfälzischen Volkshochschule, Landtags-Präsident Hendrik Hering, als auch Prof. Dr. Elisabeth Meilhammer von der Uni Augsburg und Bürgermeisterin Monika Kabs lobten die in der Villa Ecarius beheimatete Einrichtung.

Zu dem Festakt hatte die Stadt rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Vereinswelt und VHS-Leiter Ewald Gaden mit dem meisterlichen Lyrik-Jongleur Hans-Jürgen Herschel, und dem beeindruckenden IPad-Magier Andreas Axmann zwei Jubiläums-Volltreffer engagiert. Den Auftakt intonierte Musikschul-Chef Bernhard Sperrfechter mit einem von gekonnten Rhythmuswechseln gezeichneten wundervollen Gitarrensolo.

Nach der Aufbauarbeit unter der Regie von Hans-Dieter Mahler, wie Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Landtagsabgeordnetem Michael Wagner und Altbürgermeister Hanspeter Brohm von der Bürgermeisterin unter den Festgästen begrüßt, hat Ewald Gaden seit 1988 mit seinem Team die Speyerer Weiterbildungseinrichtung kontinuierlich weiter entwickelt zu einer Einrichtung mit 200 Millionen Euro Umsatzvolumen und jährlich weit über 10 000 Teilnehmern, die in 25 000 Unterrichtsstunden unter Einbindung von 200 nebenamtlichen Kursleitern weitergebildet werden.

An die VHS-Gründung am 28. August 1949 erinnerte Kabs mit einem Zitat aus der Ausgabe zum 50. Jubiläum der Ende 2002 stillgelegten Speyerer Tagespost, in den letzten drei Jahren Tochter des Mannheimer Morgen. Wie wichtig die badischen Tageszeitungen für Speyer sind, belegte die Bürgermeisterin mit den 15 Prozent VHS-Nutzern aus den nordbadischen Gemeinden.

Ohne Zugangsbarrieren

An die Gründungen vieler Volkshochulen schon 1919 erinnerte Landtags-Präsident Hering. Die VHS Speyer sei erst 30 Jahre später, also nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden. Es sei wichtig, dass es weiterhin keine „Zugangsbarrieren“ gebe und VHS-Kurse vielen Menschen berufliche Perspektiven eröffnet und damit „einen Schritt in die Gesellschaft ermöglichten“.

Im Jahre 1948 haben die Vereinten Nationen das Menschenrecht auf Bildung gesetzlich verankert, erklärte Prof. Meilhammer, die an der Uni Augsburg einen Lehrstuhl für Pädagogik, Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung innehat. Die Festrednerin ging auf die Herausforderungen der Digitalisierung ein. Volkshochschulen müssten sich mit neuen Formaten allen neuen Kommunikationsthemen öffnen.

Auch der Frage der Inklusion sei verstärkt Aufmerksamkeit zu widmen. Die Verantwortlichen dürften nicht nachlassen, attraktive Angebote zu erarbeiten, um die „Bürgerschule“ am Leben zu halten und dem 100. Geburtstag voller Zuversicht ansteuern zu können.

Begeisterung lösten die beiden Unterhaltungskünstler aus. Rhetorik-Phänomen Hans-Jürgen Herschel, der 35 Jahre lang am Hans-Purrmann-Gymnasium unterrichtet, entwickelte aus dem Wort Lyrik die römische Zahl 70 (LXX) und die Initialen PI, für Pädagogische Institution. Darauf brillierte er mit dem Vortragen von Theodor Fontanes „Herr von Ribbeck aus Haveland“. Die Krönung setzt er seinem lyrischen Beitrag mit seiner vorbeiziehenden Karawane auf, einer sagenhaften dadaistischen Lautmalerei.

Zauberhaft und in höchstem Maße zu bestaunen waren die Kunststückchen, die der Magier Andreas Axmann mit seinen IPads vollführte. Der fingerfertige Berliner holte digitale Tücher aus dem Pad heraus, schlug ein Hühnerei in die abgebildete Pfanne (daher „Ei-Pad“) und ließ schließlich sein digitales Ebenbild sich in Rauch auflösen.

Zum Abschluss des Festaktes lud Ewald Gaden die Gäste zum Gedankenaustausch bei kühlen Getränken und Fingerfood-Häppchen.

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