Speyer

Kulturhaus Pablo Bei der Speyersafari gehen Kinder auf eine kreative Reise mit Künstlern

Der dicke Blauwal ist klasse

Archivartikel

Speyer.Ein Projekt namens „HeimART“ sollte es eigentlich in den Sommerferien beim Speyerer Kulturhaus Pablo geben. Daraus ist jetzt die Speyersafari geworden, eine künstlerische Entdeckungsreise für Kinder in der Domstadt unter Corona-Bedingungen. Der Schifferstadter Künstler Martin Eckrich hat dem Team der Jugendkunstschule bei der Entwicklung des Konzepts unter die Arme gegriffen. Sein Dudenhofener Kollege Oliver Schollenberger hat sich am Donnerstag auf dem Fischmarkt eingebracht. Pablo-Vertreterin Dora Dinse ist froh um die Unterstützung, die ihr kulturpädagogischer Verein genießt.

„Wir arbeiten nach der Pablo-Methode“, erzählt sie im Gespräch mit dieser Zeitung über die Ausrichtung des Ferienangebots. Das soll nicht einfach als Betreuung, sondern als Bildungsförderung gesehen werden. „Wir bieten ein freies, unangeleitetes Kunst- und Pädagogikkonzept“, konkretisiert Dinse. Die Kinder genießen kreative Freiheiten und begeistern die Erwachsenen mit deren Umsetzung in der Praxis.

Großer Ideenreichtum

„Es ist fantastisch, welche Ideen alle entwickeln“, äußert sich Schollenberger angetan von dem Facettenreichtum. Der wasserspeiende Fisch auf dem gleichnamigen Markt sei natürlich prägend. Wie der Nachwuchs ihn auf den Zeichenblättern in Szene setzt, ist eindrucksvoll.

Finn (8) beispielsweise hat sich dazu entschlossen, einen Blauwal zu Papier zu bringen. „Ich habe erst mit Schwarz die Umrisse gemacht. Jetzt kommt Blau dazu“, erklärt er, den Blick nicht von seinem Kunstwerk lassend. Das Besondere an den Bildern: Die Acrylfarbe wird mit Sand gemischt, was einen besonderen Effekt gibt. „Das Auftragen ist aber nicht schwierig“, lenkt Kalen (8) ein. Cool findet er die Aktion von Pablo, nicht nur, weil er gerne malt. „Ich war schon öfter auf dem Fischmarkt, aber einen Fisch habe ich noch nie gemalt“, gibt der Junge zu.

Ella liebt das Zeichnen. Während sie den Hintergrund um ihren tiefblauen Fisch in Sonnengelb taucht, plaudert sie drauf los. „Zuhause haben wir einen Künstlerdraht gespannt. Daran hängen alle Bilder von mir“, sagt sie stolz: Ganz schön voll sei der mittlerweile.

Froh ist Ella, dass sie endlich wieder etwas mit anderen Kindern gemeinsam tun kann. „Während Corona durfte ich mich lange nicht mit jemandem treffen. Das war langweilig“, berichtet das Mädchen. Umso größer war ihr Glück, als sie ihre Freundin Greta wiedersehen durfte. Die beiden Siebenjährigen haben sich nun für die Safari angemeldet. Greta hat sich für eine große Darstellung eines Fisches entschieden. Blau sind die Konturen, selbst gemischt hat sie das Lila, das den dicken Bauch füllt. Mit Hilfe einer kleinen Plastikgabel werden Muster hineingeritzt. „Das Arbeiten in der Natur ist eine ganz andere Erfahrung. Es war auch für mich ganz neu“, verrät Christiane Lang-Gauweiler, die zum Pablo-Betreuungsteam zählt.

Für Dinse ist das Projekt ein sich wandelnder Prozess. Aus dem Grundgerüst ergeben sich immer neue Perspektiven. Wichtig ist ihr: „Die Kinder brauchen ein Signal, dass sie willkommen sind.“ Systemrelevant ist Dinses Stichwort. Etliche Stationen in Speyer haben die Gruppen in den ersten beiden Ferienwochen schon abgeklappert. Der Adenauerpark und der Judenhof gehören dazu. Werbung machen muss Dinse nicht mehr für die Speyersafari. Die Projekte sind ausgebucht.

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